Ökumenisches Gedenken für Sternenkinder in Bad Ems im Internet abrufbar

Ökumenisches Gedenken für Sternenkinder in Bad Ems

Andacht und Gebete auf den Websites der Kirchengemeinden veröffentlicht

 BAD EMS/RHEIN-LAHN. (21. April 2020) Wenn Kinder vor, während oder kurz nach der Geburt gestorben sind, ist das für die Angehörigen ein schwerer Schock und stürzt Mütter, Väter, Geschwister und Großeltern in tiefe Trauer. Wünsche, Sehnsüchte und Erwartungen sind jäh durchkreuzt. In Bad Ems erinnert ein Denkmal auf dem Friedhof an die sogenannten Sternenkinder, die bereits gleichsam Himmel und Sterne gesehen haben, ohne das Licht der Welt erblickt zu haben.

Alljährlich begehen die evangelische und die katholische Gemeinde am Sonntag nach Ostern eine ökumenische Gedenkfeier am Bad Emser Sternenkinder-Denkmal, zu der zahlreiche Angehörige kommen. In diesem Jahr war ein öffentliches Gedenken wegen der geltenden Kontaktbeschränkungen leider nicht möglich. Pfarrerin Lieve Van den Ameele und Pfarrer Michael Scheungraber haben sich an der in der Nähe der Urnenwand befindlichen Stele getroffen und ihre gemeinsame Andacht auf den Homepages der beiden Kirchengemeinden in Gestalt eines Textes zugänglich gemacht.

In einem Gebet formulierte Scheungraber das Bedürfnis nach Gottes Nähe: „Wir brauchen dich, um zu verstehen, was nicht zu verstehen ist, uns geschützt zu fühlen, wo keiner schützt. Wir brauchen dich, um Sinn zu finden, wo wir keinen Sinn mehr sehen, um anzuklagen, wo sonst niemand hört, zu danken, weil wir nicht wissen, wem sonst.“ Van den Ameele ging in ihrer Ansprache auf das Leid der Angehörigen ein: „Für Eltern erscheinen der Brustkorb und das ganze Sein zu eng, zu klein, um das Leid zu fassen. Die ausgestreckten Hände zum Lieben, zum Umsorgen – sie greifen ins Leere.“ Die Geborgenheit bei Gott umfasse das Leben und das Sterben, so die Pfarrerin. „Ob eine unheimliche Krankheit uns jäh aus dem Leben reißt oder das Leben endet, bevor es noch richtig begonnen hat: In alledem dürfen wir uns von Gott getragen wissen.“ In seiner Fürbitte nahm Scheungraber diesen Gedanken auf: „Schenke allen Trauernden den Glauben, dass alle, um die sie trauern, in deiner Hand geborgen sind und stärke sie, damit sie einsame und schwere Stunden überstehen.“

Das Sternenkinder-Denkmal ist im Jahr 2015 eingeweiht worden. Die Idee dazu hatten der damalige Vorsitzende der Evangelischen Kirchengemeinde, Siegfried Preuß, und Dr. Hildegard Simons von der katholischen Kirchengemeinde. Im Blick war von Anfang an ein Denkmal, das allen Menschen als ein Ort der Besinnung und des Gedenkens zugänglich sein sollte – unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Die kürzlich verstorbene Lies Ebinger hatte die Planung der Stele besorgt und Katharina Ebinger-Schnaß die handwerkliche Ausführung. Engel und Sterne bestimmen die hell und freundlich gestaltete Skulptur, von der am Boden acht Strahlen mit jeweils acht Pflastersteinen ausgehen. Wilfried Steller

Zum Foto:
Ihre Andacht am Denkmal für die Sternenkinder auf dem Bad Emser Friedhof übertrugen die evangelische Pfarrerin Lieve Van den Ameele und dem katholischen Pfarrer Michael Scheungraber ins Internet. Foto: Wilfried Steller

 

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