Heimische Fotografin gibt Kindern in Flüchtlingslagern eine starke Stimme – Ausstellungen für Gemeinden

Der Buchtitel von Alea Horst
RHEIN-LAHN/LEIPZIG. (16. Februar 2022) Ein Haus, ein Badezimmer mit Dusche – von solchen Dingen kann die zehnjährige Tajala aus Afghanistan nur träumen oder malen. Denn sie musste fliehen und ist im Flüchtlingslager Kara Tepe auf Lesbos gestrandet. Die Fotografin und Nothelferin Alea Horst aus Reckenroth (Rhein-Lahn-Kreis) hat dort mit ihr und anderen Kindern gesprochen, hat sie nach ihrem Alltag im Lager gefragt, nach ihren Erlebnissen, Ängsten und Träumen, auch nach ihrem Lieblingswitz. „Manchmal male ich ein Haus für uns!“ ist der Titel ihres Kinderbuches ab 8 Jahren, das heute erscheint und in jeder Buchhandlung bestellt werden kann. Außerdem werden auch für Kirchengemeinden Ausstellungen zum Buch angeboten.
Entstanden ist eine herzergreifende Sammlung aus Porträts, Momentaufnahmen und dramatischen, aber auch hoffnungsvollen Berichten. Die begnadete Fotografin gibt den Camp-Kindern mit diesem 80 Seiten starken Buch Gesicht und Stimme. Der Illustrator Mehrdad Zaeri, selbst einst aus dem Iran geflüchtet, visualisiert die Sehnsüchte in stimmungsvollen Vignetten. Ein Buch, das Grenzen überwindet und auch den Kindern in den Lagern eine Stimme gibt. „Das ist mir ein großes Anliegen, um sie nicht zu vergessen“, so die Fotografin.
Das Buch ist nicht nur für Kinder lesenswert, sondern ganz besonders auch für Pädagogen, Friedensarbeiter und Eltern. „Vielleicht lässt es sich auch im Konfi-Unterricht oder in anderen Bereichen der Gemeindearbeit einsetzen“, empfiehlt auch Dekanin Renate Weigel, das Thema in den Gemeinden über die Publikation aufzugreifen. Der Verlag Klett-Kinderbuch bietet kostenfreie Ausstellungen für Buchhandlungen an. Infos dazu gibt es hier: Microsoft Word – Infoblatt zu Ausstellungen (klett-kinderbuch.de)
Passend zum Buch gibt es außerdem von der Uno Flüchtlingshilfe umfangreichere Ausstellungen für Schulen, Bibliotheken, Kirchengemeinden und andere öffentliche Räume an. Wer sie bestellen möchte, findet hier mehr Informationen: Manchmal male ich ein Haus (uno-fluechtlingshilfe.de)
Schon im vergangenen Jahr fand eine Ausstellung in Diez zur Situation in den Flüchtlingslagern reges Interesse gerade bei Jugendlichen, denen dadurch ein Eindruck davon vermittelt wurde, unter welch menschenunwürdigen Zuständen Kinder und Jugendliche leben müssen.
Alea Horst, Jahrgang 1982, hat zwei Kinder und arbeitete bis 2015 als selbstständige Hochzeits- und Familienfotografin. Anfang 2016 entschied sie sich, als ehrenamtliche Nothelferin nach Lesbos zu gehen, was ihr Leben für immer veränderte. Seither unterstützt sie viele Hilfsorganisationen und Projekte als Fotografin, Nothelferin und Menschenrechtsaktivistin. 2021 gründete sie ihren eigenen Verein Alea e. V. (www.alea-ev.org).
Mehrdad Zaeri kam 1970 in Isfahan/Iran auf die Welt. Im Alter von 15 Jahren flüchtete er mit seiner Familie nach Deutschland. Nach der Schule begann er seine künstlerische Laufbahn als freischaffender Zeichner. Seit 2008 illustriert er Bücher. Seit 2014 bespielt er als Live-Zeichner und Erzählkünstler unzählige Bühnen im deutschsprachigen Raum.
„Manchmal male ich ein Haus für uns – Europas vergessene Kinder“
Klett Kinderbuch Verlag Leipzig
80 Seiten, gebunden, 16 Euro
Bestell-Nr. 721263, WG 1 280
