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DIEZ/RHEIN-LAHN. Pfarrer Hans-Otto Rether ist in der vergangenen Woche mit überwältigender Mehrheit erneut zum Dekan des evangelischen Dekanates Diez gewählt worden. In der Oberneiser Turnhalle bestätigten die stimmberechtigten Synodalen den Freiendiezer Gemeindepfarrer im Dekane-Amt. Die Dekane-Wahl und die Erinnerung an das 60-jährige Bestehen der hessen-nassauischen Landeskirche standen im Mittelpunkt der Synode. Rund 120 Synodenbesucher erlebten die Wiederwahl Rethers mit.
Von den 47 Stimmberechtigten votierten 40 für den Amtsinhaber, drei enthielten sich, vier stimmten dagegen. Somit wird Rether auch in den kommenden drei Jahren bis zur Pensionierung als Theologe dem Dekanat vorstehen, in dem rund 27000 evangelische Gemeindeglieder in den Verbandsgemeinden Diez, Hahnstätten und Katzenelnbogen leben.
„Sie sind der beste Dekan, den wir uns vorstellen können”, erklärte der Vorsitzende der Dekanatssynode, Dr. Dieter Bandell nach der Wahl bei seiner Gratulation. Rether dankte den Synodalen für das große Vertrauen und versprach, auch weiterhin abweichende oder gegensätzliche Meinungen zu überdenken, wenn sie ihm mitgeteilt werden. Zu den ersten Gratulanten zählte neben Bandell und Propst Rink auch die Vorsitzende der Dekanatssynode St. Goarshausen, Anja Gemmer.
Rether hatte zuvor sehr anschaulich die Eckpunkte der Dekanatsarbeit vorgestellt, indem er den Wiener Stephansdom als Papierbausatz mitgebracht hatte. Wie der Dom brauche es eines festen Fundaments, der Turm weise zum Himmel hin und eröffne Perspektiven. Die verschiedenen Baustile, die von der langen Bauzeit künden, zeigten, wie wichtig ein Bauplan ist. Das große massive Dach werde von vielen Säulen getragen. „Es kann nicht auf der Idee eines Einzelnen ruhen”, sagte
Rether im Hinblick auf die vielen Menschen, die sich im Dekanat engagieren. Und er verwies auf die Dienste des Dekanates, die sich in einer Ausstellung den Synodalen auf der Bühne präsentierten. Schließlich spreche der Dom auch für Dinge, die nicht vollendet werden, wie einer der beiden ursprünglich gleich hoch geplanten Türme. „Manches wird dann doch nicht fertig, aber man hat von diesem kleinen Turm einen herrlichen Blick über die Stadt und so ist er doch brauchbar.”
Zur Eröffnung der Synode in der Turnhalle hatten der
Landtagsabgeordnete Frank Puchtler für die Gemeinde und Kreisbeigeordnete Gisela Bertram im Namen des Rhein-Lahn-Kreises die Synodalen begrüßt. Mit einem besonders festlichen Gottesdienst in der Oberneiser Rundkirche hatte der Abend begonnen.
Dabei erinnerte der Propst für Südnassau, Dr. Sigurd Rink, an die Grundlagen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, die vor 60 Jahren gegründet wurde. Die Kirche selbst sei freilich viel älter. Zwei Gruppen von Menschen hätten nach der Apostelgeschichte die Kirche geprägt. Das Amt der „Zwölf”, die als Wanderprediger ohne Bindung an eine Gemeinde das Wort verkündet hätten, und das Amt der „Sieben”, mit denen vor Ort Gemeinde gestaltet werde, „Menschen, die einen guten Ruf haben, voll des heiligen Geistes sind und Weisheit mitbringen”.
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Gerade in der Gründungszeit der EKHN sei es nicht selbstverständlich gewesen, Zeugnis abzulegen auch gegen den Willen des Staates. Welche Perspektiven es in den Kirchengemeinden der EKHN gibt, erläuterte Rink später in einem Referat vor den Synodalen in der Turnhalle. Besonders hingewiesen wurde in dem vom Dekanatssynodalvorstand gestalteten Gottesdienst auf das vierfache „Allein” im Grundartikel der Kirchenordnung: „Allein Jesus Christus ist das Heil, offenbart allein in der Heiligen Schrift, geschenkt allein aus Gnaden, empfangen allein im Glauben.”
Die Nassauische Kantorei unter Martin Samrock sowie die vereinigten Posaunenchöre aus Klingelbach, Freiendiez, Oberneisen und der St. Peter-Gemeinde unter Jürgen Müller sorgten für einen festlichen musikalischen Rahmen. Für die Bewirtung in der Tunrhalle hatte der Frauenkreis der evangelischen Kirchengemeinde Oberneisen gesorgt. (bcm)
