Gesundheit beim Frauentag: Mit dem K?rper Freundschaft schlie?en

thumb_10dekfrauen09aklthumb_10dftanspiel0309klRHEIN-LAHN/BOGEL (2.April) „Hauptsache gesund“ war der Dekanatsfrauentag des evangelischen Dekanates St. Goarshausen überschrieben. Knapp 200 Frauen holten sich dabei in der Mehrzweckhalle Bogel Anregungen für ein gesundes Leben, das über die körperliche Unversehrtheit hinaus durchaus Glück und Erfüllung schenken kann, selbst wenn der Körper verletzt ist. Das Vorbereitungsteam des Tages hatte dazu ein unterhaltsames und zum Nachdenken anregendes Programm mit Spielszenen, Vorträgen und Gesang zusammengestellt.

Der Nachmittag eröffnete unterschiedliche Perspektiven auf den Begriff Gesundheit. Elke Seipel von den Evangelischen Frauen in Hessen und Nassau etwa schilderte die Begegnung mit einer seit 22 Jahren gelähmten Frau, mit der sie im Krankenhaus ein Zimmer teilte und von deren Glück und erfülltem Leben sie sich beeindruckt zeigte. „Das hat mir gezeigt, dass Gesundheit mehr bedeutet als die pure Abwesenheit von Krankheit. Heil sein umfasst den ganzen Menschen.“

So gut und hilfreich sich der medizinische Fortschritt, Hygiene und Körperpflege entwickele, bewahre er doch nicht vor Zeiten der Schwäche. Und was es für ein erfülltest Leben wirklich brauche, könne man sich bei chronisch Kranken abschauen, die ihre Leidenschaft fürs Leben nicht verlieren, weil sie sich geborgen fühlen im Glauben oder den Menschen, die sie umgeben.

Bei einer Szene im Wartezimmer einer Arztpraxis demonstrierten Birgit Meuer, Brunhilde Steeg, Luise Göttert, Annette Seifert und Marlies Schwehn, wie der Austausch über manches „Wehwehchen“ es vergessen lässt. „Zum Körper gehört immer auch die Seele“, sagte Pfarrerin Annette Seifert und nahm die Begrüßungsformel „Ei guude“ etwas genauer unter die Lupe. Den Mitmenschen wahrzunehmen, auch mit seinen Gebrechen, mit ihm zu reden, könne heilende Wirkung haben.

thumb_10dekfrauen09cklZu mehr Sensibilität für den Umgang mit dem eigenen Körper rief die Hauptreferentin des Nachmittages, Ulrike Lang von Verband Evangelischer Frauen in Hessen und Nassau auf. „Wir müssen mit dem eigenen Körper Freundschaft schließen.“, so Lang. Körperwahrnehmung sei Grundlage für ein gesundes Selbstvertrauen. „Unser Körper ist die Basis für unser Denken und Fühlen. Deshalb braucht es einen achtsamen und verantwortungsvollen Umgang mit ihm und der Umwelt, in der wir leben.“ Die Referentin lieferte eine Reihe von Erkenntnissen über den Umgang mit Krankheit und Gesundheit, auch zwischen Mann und Frau oder aus Umfragen, wie gesund und zufrieden sich ältere Menschen ungeachtet ihrer Altersgebrechen fühlen.

Lang beließ es nicht bei den verbalen Denkanstößen, sondern animierte die Frauen im Saal immer wieder zu kleinen Übungen, mit denen Körper und Geist bewusst wahrgenommen werden; sei es beim ungewohnten Falten der Hände oder beim bewussten Ausstrecken der Arme, wenn man eine Tasse aus dem Schrank holt. So könne die Wertschätzung des Körpers und seiner Fähigkeiten schon in jungen Jahren erlernt werden. Solche Momente in den Alltag eingebaut ermöglichten, dass der Begriff Gesundheit nicht nur mit Medizin, Arzt oder Krankenhaus in Verbindung gebracht wird, sondern dass Gesundheit auch als Lebensfreude, Kraft und Gemeinschaft wahrgenommen wird.

Zur Gesundheit trug auch der gemeinsame Gesang bei, den Dekanatskantor Markus Ziegler immer wieder mit den Frauen anstimmte. Und der obligatorische Kaffee und Kuchen wurde in der Pause diesmal besonders bewusst mit den Sinnen wahrgenommen und genossen. Bernd-Christoph Matern

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