KLOSTER ARNSTEIN/RHEIN-LAHN. (18.Januar) Mit einer Andacht und vielen Gesprächen hat die Ökumene im Nassauer Land das Jahr 2010 begrüßt und beim traditionellen Neujahrsempfang im Kloster Arnstein viele gute Wünsche ausgetauscht. Vornan steht dabei die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden im Nassauer Land und der Dialog mit den Muslimen.
"Ich persönlich habe mir vorgenommen, mich hier im Nassauer Land noch besser einzuleben und die Leute kennen zu lernen", erklärte Pater Peter Egenolf. Er ist seit September vergangenen Jahres Pfarrer der bislang eigenständgen pastoralen Räume „Nassauer Land“ und „Bad Ems/Nievern“, die mit diesem Jahr nur noch einen pastoralen Raum mit ihren fünf Kirchengemeinden bilden. Egenolf gestaltete zusammen mit der evangelischen Pfarrerin Antje Dorn und unter Mitwirkung des katholischen Kirchenchores Arnstein-Seelbach die Andacht in der Klosterkirche und forderte die Besucher dabei auf, getrost und zuversichtliche durchs Jahr zu gehen.
Wie Egenolf ist auch der evangelischen Gemeindepfarrerin für die Kirchengemeinden Kördorf und Obernhof die Fortführung der guten Zusammenarbeit zwischen Katholiken und Protestanten im Nassauer Land ein wichtiges Anliegen. „Das ist hier solch ein wunderbares Miteinander, auf das ich nicht mehr verzichten möchte“, so die evangelische Theologin. „Wir schätzen uns, achten und hören aufeinander, empfinden gegenseitige Wertschätzung und Wohlwollen – das ist sicher keine Selbstverständlichkeit“, hofft Dorn, dass die Freude am gemeinsamen Wirken der Christen und auch im Dialog mit der türkisch-islamischen Gemeinde erhalten bleibt. „Wir reden auch über Probleme miteinander und tauschen uns zwischen Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat aus. Und das ist gut so“, sagt Dorn. „Schlimm ist, wenn Menschen nicht mehr mit- sondern nur noch übereinander reden.“
Die Fortsetzung der Klostersanierung steht beim Superior der Arnsteiner Patres, Pater Bernhard Bornefeld ganz oben auf der Wunschliste fürs Neue Jahr. „Wir würden ja gerne auf unserem Speicher zusätzliche Unterkünfte schaffen, um der vielen Nachfragen gerecht werden zu können“, so Bornefeld. Die Zimmer könnten nicht nur Pilgerhelfern eine Übernachtungsmöglichkeit bieten, sondern auch kleinen Exerzitiengruppen oder auch Einzelpersonen. „Da bekommen wir Dank des Internets fast täglich Anfragen“, so der Pater, der für 2010 auf Gelder des Bistums für eine entsprechende Modernisierung hofft.
Dass das Kloster Arnstein als geistliches Zentrum weiter gestärkt wird, liegt dem Wallfahrtsleiter ebenso am Herzen. „Viele Besucher sollen hier finden, was sie suchen, ganz gleich ob es sich um Einheimische, um Pilger, Touristen oder junge Menschen in der Jugendbegegnungsstätte handelt“, erklärt Bornefeld, der sich ebenso auf eine gut besuchte Fortsetzung attraktiver Veranstaltungen im Klostergemäuer freut. Den Anfang machte am Wochenende das Neujahrskonzert mit den Kölner Vokalsolisten im gotischen Pilgersaal.
Bei allen Wünschen und Hoffnungen, über die im Pilgersaal bei Eintopf, Brot und Getränken gemütlich geplaudert wurde, bleibt Geistlichen und Besuchern des Empfangs die in der Andacht erbetene Gewissheit und Gelassenheit, auch 2010 aus der Gnade Gottes leben zu können. Bernd-Christoph Matern
