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MIEHLEN/RHEIN-LAHN. (17.November) Mehr als 300 Jugendliche und junge Erwachsene dachten in Miehlen unterhaltsam über Maskeraden nach, mit denen sich Menschen oft begegnen statt ihr „wahres Ich“ zu zeigen. Unter dem Motto „Doppelkopf“ hatten die evangelischen Dekanate Nassau und St. Goarshausen, EC und der CVJM-Kreisverband Rhein-Lahn das Thema bei ihrem Jugendgottesdienst „HeavenUp“ in Miehlen aufgegriffen.
Das etwa 30-köpfige Vorbereitungs-Team hatte für abwechslungsreiche Wege gesorgt, mit denen sich das junge Publikum dem Thema nähern konnte. Für das „warm-up“ der Besucher sorgten überdimensionale Spielkarten , die so schnell wie möglich über die Köpfe durch den Saal gereicht werden mussten. Wie das Doppelkopf-Spiel die Menschen innerlich verändert, machten die folgenden mehr als zwei Stunden deutlich.
So stimmte etwa ein Video-Clip auf die Wandlungsfähigkeit ein, mit der sich Jugendliche einander begegnen. Der Protagonist des Films rühmte sich etwa, ein Verfechter des Umweltschutzes zu sein, jagte aber in der nächsten Szene allein im Auto sitzend „voll speed“ über die Straße. Das Belustigende am Anderen hervorzuheben, um von eigenen Schwächen abzulenken – auch das zeigte der Clip.
Jens Weyerhäuser machte in seiner Predigt Mut, sich nicht hinter irgendwelchen Maskeraden zu verstecken, die das Leben auf Dauer keinesfalls erträglicher machen, wenn sie auch kurzzeitig ein gutes Gefühl oder Spaß wie beim Kartenspiel oder dem heimlichen Tausch von Zwillingsbrüder bescherten. Mit den eigenen und den Fehlern Anderer offener umzugehen, sei der mehr Erfolg versprechende Weg für ein glückliches Miteinander. „Und vor Gott brauchen wir ohnehin keine Maske. Er sieht wie wir sind und liebt uns auch mit unseren Fehlern“, so der Prediger. Echtheit vor Gott und den Menschen war seine Parole.
Die Moderatoren Judith Jacob aus Bad Ems und Sören Mayer aus Dachsenhausen präsentierten sehr versiert noch sehr viel Kurzweil. Für eine fetzige Stimmung sorgte zwischendurch immer wieder die Band „J.U.S.T“. Die achtköpfige Formation mit Instrumentalisten und Sängern im Alter zwischen zwölf und 20 Jahren brachte mit sanften wie rockigen Rhythmen das
Publikum altersgemäß in Bewegung. Außerdem begrüßte das Moderatoren-Duo den Landtagsabgeordneten Frank Puchtler (SPD) in den Zuschauerreihen, der einen Antrag der Nassauer Dekanatsjugend unterstützt hatte, aus Mitteln des Konjunkturpakets den schon traditionellen „HeavenUp“-Gottesdienst zu unterstützen.
Die Jugendlichen selbst dachten in dem Gottesdienst über die eigenen Grenzen hinaus und zeigten gemeinsam ein helfendes Gesicht, indem sie mit ihrer Kollekte ein Projekt für Straßenkinder in Indien unterstützen. Mit riesigen Spielkarten hatte der Abend begonnen – kleine mit einem Bibelspruch auf der Rückseite sowie jede Menge Gedankenanstöße begleiteten den Heimweg. Bernd-Christoph Matern
Der nächste HeavenUp-Jugendgottesdienst startet am 23. April in Nassau.
Bildunterzeile (Foto oben): Souveränes Moderatoren-Duo und engagierter Prediger (von links): Sören Mayer, Judith Jacob und Jens Weyerhäuser.
Foto unten links: Spielkarten mit Bibelversen gab Dekanatsjugendreferent Andreas Kleemann den Jugendlichen als Erinnerung mit auf den Heimweg.
Fotos: Bernd-Christoph Matern
