NASSAU/RHEIN-LAHN. (17.November) Mit der Seelsorge in Altenheimen soll sich die Landessynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) befassen. Diesen Antrag haben die Synodalen des evangelischen Dekanates Nassau während der letzten Tagung ihrer Amtszeit in Nassau einstimmig verabschiedet. Nicht zuletzt angesichts der demografischen Entwicklung komme diesem Seelsorge-Bereich immer mehr Bedeutung zu.
Die seelsorgerischen Bedürfnisse der Altenheimbewohner oder auch regelmäßige Gottesdienste könnten von den Gemeindepfarrern und ehrenamtlichen Mitarbeitern allein kaum abgedeckt werden. Der Antrag war nur einer von vielen Tagesordnungspunkten, zu denen Präses Dr. Frank Zimmerschied die Synodalen in den Heimen Scheuern begrüßte.
Dekan Friedrich Kappesser ging in seinem Jahresbericht auf die vakanten Stellen im Dekanat ein. So seien für die in den Kirchengemeinden Braubach und Bad Ems ausgeschiedenen Kollegen noch keine Nachfolgerinnen oder Nachfolger in Sicht. „Hier möchte ich auch keine falschen Hoffnungen wecken“, so Kappesser. Für die Kirchengemeinden neu: die Zehn-Jahres-Bilanzierung der Pfarrstellen, in der über die Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen Pfarrer und Gemeinde nachgedacht wird. Einstimmig sei sich in den bislang bilanzierten Gemeinden für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit ausgesprochen worden.
Ebenso bilanziert wurde die Arbeit der Profil- und Fachstellen, die zur Fortsetzung der Arbeit in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Bildung und Gesellschaftliche Verantwortung geführt hätten. Unbesetzt sei die für die Arbeitsgemeinschaft (AG) Rhein-Lahn eingerichtete halbe Ökumene-Stelle im Dekanat Nassau geblieben. Der Dekan erhoffte sich eine „kraftvollere“ inhaltliche Zusammenarbeit auf AG-Ebene für die neue Legislaturperiode.
Kappesser informierte außerdem über die Partnerschaft mit dem Mabira-Distrikt und dem bevorstehenden Besuch einer Delegation aus dem Dekanat in Tansania. Dabei sollen auch die Fortschritte bei den vom Dekanat unterstützten Projekten in Augenschein genommen werden.
Ferner hatten die Synodalen über die Verwendung von Mitteln des von der EKHN neu geschaffenen Finanzausgleichsfonds zu entscheiden. In einer Pilotphase sollen diese bis maximal zur Hälfte für Aufgaben auf Dekanatsebene verwendet werden und zur anderen Hälfte für Gemeinden, die in finanzielle Engpässe geraten sind. Welche Kriterien dabei konkret zugrunde gelegt werden, darüber soll die neue Synode entscheiden, die sich im nächsten Jahr konstituiert. Außerdem ist vorgesehen, dass nicht abgerufene Mittel nicht der Rücklage zugeführt werden. „Der Fonds soll ja die Aktivität der Gemeinden und des Dekanats unterstützen“, so Dekan Kappesser.
Ein Bereich, in den Mittel des Fonds fließen, ist ein Veranstaltungsraum des Dekanates an dessen Amtssitz in Lahnstein (Foto). Nach einer Diskussion, inwieweit ein solcher Raum einer kirchlichen „Zentralisierung“ Vorschub leistet oder auch den kirchengemeindlichen Veranstaltungen „Konkurrenz“ macht, stimmte die Synode der Anmietung bei fünf Enthaltungen zu.
Begonnen hatte die Tagung mit einem Vortrag des Direktors der Heime Scheuern Pfarrer Eckhard Bahlmann zu den aktuellen Dezentralisierungs-Aktivitäten der Behinderteneinrichtung, einer der größten im Land Rheinland-Pfalz. Dabei wurden auch Risiken einer solchen Entwicklung diskutiert. Mehr Selbständigkeit sei nicht im Sinne jedes Behinderten und auch im Kernbereich der Heime sei eine Mischung von Bewohnern mit unterschiedlich starken Behinderungen sicher wünschenswert. Bernd-Christoph Matern
