Sch?ler-Orgel in Diethardt wird in Einzelteile zerlegt

thumb_10-a-orgelbaudiet121109aDIETHARDT. (26.November) Die Orgel in der evangelischen Kirche von Diethardt wird restauriert. Mitarbeiter der Orgelbau-Firma Müller haben damit begonnen, das Ende des 18. Jahrhunderts erbaute Instrument zu zerlegen. Zunächst werden sämtliche Pedale und die dazu gehörenden Holzpfeifen ausgebaut und zum Überarbeiten in die Orgelbaufirma nach Merxheim transportiert.

Dies ist aber nur der erste Schritt der Sanierung. „Ab April nächsten Jahres geht es dann richtig zur Sache“, erklärte der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende Manfred Sopp, als er zusammen mit Gemeindepfarrerin Mirjam Ambrozic und den Kirchenvorsteherinnen Rita Wöll und Elsbeth Zapp die Handwerker in dem Gotteshaus begrüßte. „So eine Pfeife habe ich ja noch nie in der Hand gehabt“, staunte Zapp, als ihr Orgelbauer Peter Kortmann eine der großen – und für die Gottesdienstbesucher nicht sichtbaren – Oktavbass-Holzpfeifen in die Hand drückte und deren Funktionsweise erläuterte.

„Dass wir zunächst nur die Pedalpfeifen und -lade abbauen, hat den Vorteil, dass das Instrument mit den Händen weiterhin gespielt werden kann“, so Kortmann. Damit ist im April nächsten Jahres dann ebenfalls Schluss. Dann nämlich werden sämtliche Pfeifen und die gesamte Technik abgebaut, so dass nur noch das Holzgerippe des Instruments übrig bleibt. „Als Ersatz erhalten wir für die Zeit der Restaurierung ein Harmonium, mit dem dann der Gemeindegesang begleitet wird“, sagte Pfarrerin Ambrozic.

Wie lange die Diethardter Gottesdienstbesucher auf ihr Königin-Instrument verzichten müssen, bevor die 72000 Euro-Investition abgeschlossen ist, darauf wollte sich zum Restaurationsbeginn niemand festlegen lassen. Ein gutes Jahr könne man schon einplanen. Kortmann erläuterte, wie aufwändig es wird, das Instrument wieder zusammenzubauen und zu stimmen. „Es geht hier ja darum, die Orgel wieder ihrer Ursprungsbauweise und deren Klangcharakter anzunähern“, so der Experte.

Gerade die jüngsten Umbaumaßnahmen aus dem Jahr 1965 hätten das Instrument technisch und klanglich weit von dem entfernt wie es von der in Bad Ems ansässigen Orgelbaufirma von Johann Wilhelm Schöler vor mehr als 200 Jahren konstruiert worden war. „Das Resultat ist ein desolater Zustand“, heißt es im Gutachten eines Orgelsachverständigen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Für die heutigen Restaurateure bedeutet das im Klartext: „Jede Menge Arbeit“, so Kortmann. Bernd-Christoph Matern

Bildunterzeile: Orgelbauer Peter Kortmann (2. von links) zeigte Mirjam Ambrozic, Rita Wöll, Elsbeth Zapp und Manfred Sopp, wie die Pedalpfeifen aussehen, die jetzt aus der Schöler-Orgel der evangelischen Kirche in Diethardt ausgebaut wurden. Foto: Bernd-Christoph Matern

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Kommentare sind geschlossen.