RHEIN-LAHN. Warum besuchen junge Menschen an Rhein und Lahn im Jahr 2005 ein oder zwei Jahre den Konfirmandenunterricht und lassen sich dann konfirmieren? Stolze Summen warten als Geschenk auf die Jugendlichen. Ist das alles? Evangelisch an Rhein und Lahn machte eine Umfrage.
Konfirmanden schildern im Folgenden ihre Erfahrungen mit dem Unterricht und welche Bedeutung die Konfirmation für sie hat.
Philipp Diedler (13), Lorch: Der Unterricht ist für mich wichtig, weil man dann auch bei den Kirchenwahlen mitbestimmen kann, wer in den Kirchenvorstand kommt. Da kann man die wählen, die Kirche nach vorn bringen. Die Geschichten, in denen Jesus Kranken und Schwachen hilft, sind interessant. Wir müssen auch Gebete und Psalmen auswendig lernen, aber das ist kein so großer Aufwand. Religions- und Konfirmandenunterricht ergänzen sich auch oft.
May-Britt Hess (13), Kaub: Religion finde ich faszinierend, ich interessiere mich auch für Geschichte, was Menschen früher aufgeschrieben haben, wie sie gedacht haben. Im Konfirmandenunterricht geht es lockerer zu als in der Schule und man hat mehr Zeit, sich mit einzelnen Themen intensiver zu beschäftigen. Das ist angenehmer. Es wird mal gelacht, dann geht´s auch wieder ernst zu, das ist gut. Der Konfirmandenunterricht ist wichtig, um in Glaubensfragen mitreden zu können. Die Konfirmation ist für mich ein Schritt zum Erwachsenwerden, eigene Entscheidungen treffen zu können. Es geht sicher nicht ums Geld, wobei ich niemanden kenne, der sich darüber nicht freut.
Saskia Groß (14), Miehlen: Die Konfirmation gehört einfach dazu, wenn man evangelisch ist. Dann kann man ja auch ein Patenamt übernehmen. Geschenke und Geld sind natürlich auch nicht schlecht. Eigentlich ist der Unterricht eine ganz lustige Sache, wenn man auch so mit Jüngeren zusammen über Themen quatschen kann. Gut, das Auswendiglernen ist nicht so toll. Den 23. Psalm, die zehn Gebote und einige Liedverse müssen wir lernen. Aber es ist nicht so streng wie in der Schule. Wobei unser Pfarrer dahinter her ist, dass jeder lernt, was verlangt wird.
Felix Friedewald (15), Miehlen: Wir haben eine schöne Kameradschaft im Konfirmandenunterricht. Gut hat mir der Konfi-Tag in und ums Bürgerhaus in Miehlen gefallen. Freuen tue ich mich auch auf die bevorstehende Freizeit. Zur Konfirmation gehe ich, weil ich auch mal ein Patenamt übernehmen möchte. Zwei Mal im Monat müssen wir in den Gottesdienst. Der müsste jugendlicher gestaltet werden, dann gingen wohl auch mehr Leute hin. So kann man da ja nur zuhören.
Lena Obel (14), Dachsenhausen: Ich bin froh, wieder mit Leuten aus der Grundschule zu tun zu haben. Schön ist auch das Theaterstück an Weihnachten, das bringt uns und der Gemeinde Spaß. Manches, was man lernt, kenne ich schon aus der Schule oder weil ich im Kindergottesdienst-Team arbeite. Die Konfirmation ist mir wichtig. Das ist eine Bestätigung für meinen christlichen Glauben, auch ein Stück Tradition.
Daniel Tennes (15), Hinterwald: Die Gemeinschaft ist super. Man trifft öfter Freunde als früher. Manchmal werden im Unterricht Dinge erklärt, die man schon kennt, das nervt dann etwas. Das Auswendiglernen, etwa von Liedversen, ist total einfach; man hat ja eine ganze Woche Zeit. In die Kirche werde ich wohl auch nach der Konfirmation noch gehen, aber eher an Feiertagen und nicht mehr jede Woche, wie wir es jetzt normalerweise tun müssen.
Daniel Helm (15), Buch: Ich habe durch den Unterricht neue Freunde gefunden. Der Kursunterricht gefällt mir ganz gut, wir machen viele Freizeit-Aktionen, waren neulich auf einem Bauernhof, schauen Filme – es gibt immer Neues zu entdecken. Nur singen kann ich nicht, was aber nichts mit den Liedern zu tun hat. Die Konfirmation gehört zu unserer Religion einfach dazu; ich bin getauft, die Konfirmation ist ein besonderer Abschnitt in der Entwicklung eines Christen. Ich glaube aber, dass bestimmt 70 Prozent der Jugendlichen nur wegen des Geldes zur Konfirmation gehen.
Birthe Sprenger (15), Miehlen: Wir sprechen auch über Dinge, die im Alltag wichtig sind, wie man mit den Eltern umgehen soll oder dass man als Gruppe zusammenhält. Was mich stört ist, dass wir mit mehr als 30 Jugendlichen etwas viel sind. Konfirmieren lasse ich mich, weil ich auch mal kirchlich heiraten möchte und ein Patenamt übernehmen kann. Man ist zwar noch nicht volljährig, wenn man konfirmiert ist, wird von den Erwachsenen aber doch schon mehr respektiert. (bcm)
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