Dekanat Nassau verst?rkt mit Faltblatt Hilfe f?r Aids-Projekte in Mabira

thumb_10-mabirafly171209RHEIN-LAHN. (18.Dezember) Ein neues Faltblatt soll dabei helfen, die Unterstützung für den afrikanischen Partner-Distrikt des evangelischen Dekanates Nassau zu verstärken. Zwei Projekte, die die Ausbreitung von Aids stoppen und die Not von Witwen, deren Männer an Aids starben, lindern sollen, werden in dem vom Arbeitskreis Mabira erstellten Flyer vorgestellt. „Wir hoffen, mit dem Blatt potentiellen Spendern ausreichende Informationen über die beiden Projekte an die Hand geben zu können“, erklärt der Vorsitzende des Arbeitskreises, Berthold Krebs aus Geisig.

Die ehrenamtlich gestalteten zehn Seiten beschreiben, wie die tödliche Immunschwäche-Erkrankung in Tansania Leben und Lebsgrundlagen der Menschen zerstört. „Das Schweigen brechen ist einer der ersten Schritte, die Krankheit zu bekämpfen“, sagt Pfarrerin Savera Bishanga, die beide Projekte leitet. Aufklärung unter den Jugendlichen durch speziell ausgebildetes Personal, Seminare und Gesprächskurse, die ein verantwortungsvolles Sexualverhalten und eine veränderte Lebenseinstellung fördern und auch die Scheu abbauen, sich einem Aids-Test zu unterziehen, stehen unter anderem auf der Agenda, damit sich die Krankheit nicht weiter ausbreiten kann.

Hilfe zur Selbsthilfe ist das Motto im zweiten Projekt, das Frauen von an Aids verstorbenen Männern in die Lage versetzen möchte, für sich und die Kinder eine neue Existenz aufzubauen. „Die Familien der Verstorbenen nehmen den Witwen den verbleibenden Besitz weg, auch um zu verhindern, dass er einem neuen Ehemann zukommen könnte“, berichtet Berthold Krebs. Tatsächlich blieben diese Frauen aber wegen des Infektionsrisikos meist unverheiratet.

Das Projekt soll den Frauen helfen, selbständig zu werden, um für sich und ihre Kinder eine Lebensgrundlage aufzubauen, „etwa durch den Anbau und Verkauf landwirtschaftlicher Produkte“, erklärt Pfarrerin Bishanga das Konzept des Projektes. In Seminaren soll den Frauen das notwendige Rüstzeug für ihr „Geschäft“ vermittelt werden.

Im Frühjahr hatte Bishanga die Projekte im Dekanat Nassau im Arbeitskreis und anderen Gruppen vorgestellt, für das in den kommenden drei Jahren rund 56000 Euro an Kosten einkalkuliert sind. Neben der hessen-nassauischen Landeskirche mit 80 Prozent und dem Dekanat Selters will sich auch das Dekanat Nassau mit zehn Prozent an den Kosten beteiligen. „Aber wir hoffen, dass die Projekte nicht auf drei Jahre beschränkt bleiben, sondern dauerhaft dazu beitragen, die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen“, erklärt Krebs.

Aids zählt zu den Ursachen der hohen Sterblichkeit in Mabira. Etwa 15 Prozent der Bevölkerung sind mit Aids infiziert. „Die Dunkelziffer ist sehr hoch, weil es ein Tabu-Thema ist.“ Dass sich dies mit Hilfe der Projekte und der Unterstützung durch die deutschen Partner ändert, hofft auch die Reisegruppe aus dem Dekanat Nassau, die sich im Januar unter anderem auch über den Stand der beiden Projekte informieren wird. Bei dem Besuch stehen noch eine Reihe weiterer Gespräche über Hilfsprojekte auf der Tagesordnung, die von den Partnern der Gemeinden zwischen Rhein und Lahn gefördert werden.

Informationen zu den Aidsprojekten gibt es im Büro des evangelischen Dekanates Nassau unter Telefon 02621/1874332 oder per E-Mail ev.dekanat-nassau@t-online.de. Dort gibt es auch mehr Infos über die Partnerschaft. Bernd-Christoph Matern

Bildunterzeile:
Wollen dazu beitragen, die Ausbreitung von Aids im Partner-Distrikt Mabira zu stoppen (von links): Sigrid Paul, Pfarrer Rolf R. Stahl, Udo Bethcke, Berthold Krebs, Dekan Friedrich Kappesser, Ann-Kathrin Heil und Dr. Heinz Vater. Hier begutachten sie ein neues Faltblatt, mit dem Sponsoren Informationen zu zwei Aids-Projekten gegeben werden. Foto: Matern

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