Gl?ck auf: Bergbau im lebendigen Adventskalender in Bad Ems

thumb_1a-101210bergbau1BAD EMS. (11. Dezember 2010) Die diesjährige drittletzte Etappe des lebendigen Adventskalenders führte zahlreiche Interessierte vor die Tür des Bad Emser Bergbaumuseums. Dort begrüßte der Vorsitzende des Vereins, Frank Girmann, jeden Besucher persönlich. Nach dem Erkennungslied „Eine Tür geht auf“ öffnete sich die große Hallentür des Museums und Thomas Emmerich, 2. Vorsitzender des Vereins, in traditioneller Arbeitskleidung sowie Klaus und Andreas Griese, in prächtiger Bergmannsuniform und ausgestattet mit Grubenlampen, baten die Gäste in das Museum.

Emmerich informierte über die lange Emser Tradition des Bergbaus, dem früher neben dem Weinbau wichtigsten Erwerbszweig der Region und leitete von dort auf den Bergbauverein über. Dieser feiert im nächsten Jahr sein 15-jähriges Bestehen. In dieser kurzen Zeit konnte bereits viel verwirklicht werden. So konnte vor etwa vier Jahren die jetzige Halle als Domizil für das Museum gefunden werden.

Klaus Griese hatte eine besondere Überraschung für die Gäste des Bergbaumuseums bereit: er las die authentische Kurzgeschichte des 1876 in Ems geborenen Hans Ludwig Linkenbach, „Bello“. Hierbei handelt es sich um die alltägliche Geschichte des Steigers Neuhaus, der mit seiner Frau, seinem Sohn Josef und dem Spitz Bello in der Nähe der Grube in einem kleinen Steigerhaus wohnt. Vortrefflich wird dort über das alltägliche Leben zu dieser Zeit geschrieben. Trotz des kargen Lohns und die harte und gesundheitsschädigende Arbeit verlief das Leben harmonisch, bis eines Tages Josef verschwunden ist.

thumb_1a-101210bergbaurAufbauend auf dieser spannenden Geschichte, erinnerte die katholische Pastoralreferentin Judith Weyand-Becher, dass der Bergbau heute noch den Atem anhalten lässt und verwies auf die vor kurzem in Chile geretteten 33 Kumpel, die wochenlang im Berg verschüttet waren. „Licht ist für den Bergmann ein Handwerkzeug. Ohne Licht gibt es keine Orientierung“. Bei ihrem Besuch im „Vömel-Haus“ hätten sich einige der Senioren sofort an den traditionellen Bergbau in der Stadt und daran erinnert, dass die Stollen auch Schutz bei Bombenangriffen während des Kriegs boten. So wurde aus dem ursprünglichen Arbeitsplatz ein Zufluchtsort. Unerwartet habe daraufhin eine Seniorin des Vömel-Hauses das alte Bergmannslied „Glück auf, der Steiger kommt“ zu singen.

Davon ließen sich auch die Kalenderbesucher inspirieren und stimmten, begleitet von Martina Griese an der Gitarre begleitet ebenfalls das Lied an. In originaler Umgebung fühlte sich jeder Gast ein wenig wie ein Bergmann, der nach harter und gefährlicher Arbeit aus dem Bergwerk wieder gesund ausgefahren ist und nun zu Frau und Familie zurückkehrte. Nach einem Gebet und dem Abendsegen wurden die zahlreichen Besucher von Thomas Emmerich eingeladen: „Heute gibt es hier aber keine Lebkuchen oder Dominosteine. Die Bergmänner verlangten nach ihrer harten Arbeit nach etwas Nahrhaftem“. So gab es reichlich Schmalzbrote und heißen Tee für alle. Siegfried Preuß

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