Propst Rink: Bildung ist Schl?sselfaktor f?r Integration

thumb_1dr_sigurd_rink_250WIESBADEN/RHEIN-LAHN. (30.Dezember 2010) „Wenn ich mir etwas wünschen könnte aus dem Bereich der Politik, dann wäre es die Unterstützung der integrativen Maßnahmen.“ Das sagte der Propst für Südnassau, Dr. Sigurd Rink auf die Frage eines Journalisten bei seiner Jahrespressekonferenz in Wiesbaden. Dort sprach Rink neben der Integration auch die Mitgliederentwicklung, Investitionen in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie das ökumenische Miteinander in der Region an.

Die Integration von Migranten dürfe nicht erst im Alter von sechs Jahren beginnen, sondern bereits in den evangelischen Kindertagesstätten, auch durch eine noch bessere Qualifizierung der Fachkräfte, erklärte Rink. Integration sei ein wichtiger Baustein für ein friedliches Miteinander in der Gesellschaft, in dem die Kirchengemeinden als Träger vieler Kindertagesstätten gefordert seien. „Bildung ist ein Schlüsselfaktor für Integration.“

Konkrete Beispiele für die Integrationsbemühungen nannte der Leiter des regionalen Diakonischen Werkes Wiesbaden, Gustav Förster aus der hessischen Landeshauptstadt, wo zahlreiche Kirchengemeinden an der Integration beteiligt seien, in Einrichtungen, die teilweise bis zu 85 Prozent Kinder mit einem Migrationshintergrund beherbergen. Beispiele wie in evangelischen Kindertagesstätten im Rhein-Lahn-Kreis, dem rheinland-pfälzischen Propsteibereich, auch im Zusammenspiel und mit der Unterstützung von Kreis und Land Integration von Kindesbeinen an praktiziert wird, nannte Bernd-Christoph Matern, Referent für Öffentlichkeitsarbeit der evangelischen Kirche Rhein-Lahn.

Zur Mitgliederentwicklung in der Propstei legte der Propst dar, dass der Rückgang wie in Vorjahren bei knapp einem Prozent jährlich liege, was in der Hauptsache mit der demografischen Entwicklung einhergehe. Ländliche Bereiche wie das Dekanat St. Goarshausen, „wo der Begriff ,Kirchenaustritt‘ ein Fremdwort zu sein scheint“, litten in verstärktem Maße unter dem Wegzug junger Menschen in Städte und strukturstärkere Regionen. Dennoch sei die Taufbereitschaft hoch und noch immer gehörten in der Propstei je 36 Prozent einer der beiden großen christlichen Kirchen an.

Viele Kirchengemeinden in der Propstei verstärkten die Jugendförderung. „Wir investieren stark in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“, so Rink. Zuversichtlich wertete der Kirchenvertreter die ökumenische Situation in seinem Kirchengebiet, das in Teilen dem Gebiet des Bistums Limburg gleicht. Dabei begrüßte er noch einmal die Ernennung des neuen Weihbischofs Dr. Thomas Löhr im vergangenen Jahr, der sowohl ein ausgezeichneter Theologe sei als auch „einen wachen Blick für die Ökumene hat“, so Rink. Als ein konkretes Beispiel der Zusammenarbeit nannte er das ökumenische Forum im Welterbe Mittelrhein, wo die Evangelische Kirche wie die Katholische Kirche bei der nächstjährigen „Rheinpartie“ mitwirken wollen, bei der im Rheintal wieder eine Projektionsaktion durchgeführt wird. (rt)

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