Eine-Welt-Laden Nassau sorgt für Hilfe zur Selbsthilfe in Ghana

thumb_1a-7w16-ewna230216_becrima-NASSAU/RHEIN-LAHN. (9. März 2016) Nassaus Stadtbürgermeister Armin Wenzel ist nicht der einzige, der sie seit langem zum Einkaufen nutzt: „Bolga-Körbe“ aus Afrika. Sie sind etwas teurer als vergleichbar aussehende Einkaufsbegleiter, unterstützen aber Menschen in Afrika, von ihrer Hände Arbeit leben zu können. Ihr Verkauf eröffnet den Herstellern wirtschaftliche Perspektiven, in ihrer Heimat leben zu können. Zu solchem und anderem fairen Handel(n) riefen Teilnehmer jetzt bei einem Ortstermin der evangelischen Fastenaktion „7 Wochen mit…“ im Eine-Welt-Laden in Nassau auf.

Zu mehr Weitsicht beim Einkaufen wolle die Aktion unter anderem beitragen, begrüßte deren Initiator Pfarrer Matthias Metzmacher die Besucher in der Bachgasse. „Das sind ja kleine Schritte, die niemand weh tun und doch viel bewirken können, damit Hilfe dort geschehen kann, wo sie gebraucht wird“, lobte Stadtbürgermeister Armin Wenzel die Aktion.

Mit einem ganz praktischen Beispiel, bei dem europäische Handelspolitik Wirtschaftsgrundlagen in Entwicklungsländern verschlechterte und damit Fluchtursachen Vorschub leitstete, wartete der Vorsitzende des Eine-Welt-Arbeitskreises Dr. Christoph Fröhlich auf. Ghana habe eine gut funktionierende Geflügel-Wirtschaft gehabt, bevor Europa und Deutschland ihr Geflügel subventioniert dorthin exportierten. Den afrikanischen Geflügelfarmen sei damit ihre Existenzgrundlage entzogen worden; Ghana sei mit einer Kreditsperre gedroht worden, als sie geplant hätten, den Verlust durch Einfuhrzölle auszugleichen.

thumb_1a-7w16-ewna230216kunst_becrima-Fröhlich nannte noch andere Beispiele, mit denen Industrienationen die Armut in der „dritten Welt“ fördern würden. Er rief zu einem grundsätzlichen Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik auf und zitierte den drastischen Satz des Schweizer Politikers Jean Ziegler: „Ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.“ Die Besucher erfuhren, welche Waren aus welchen Ländern der Nassauer Eine-Welt-Laden bereithält, um die Eigeninitiative von Produzenten in Mittel- und Südamerika, in Asien und Afrika zu fördern. Die Bolga-Körbe gehören auch dazu. Deren Erlöse würden unter anderem Kooperationen vor Ort fördern, um das für die Körbe notwendige Gras kaufen zu können.

Stadtchef Wenzel erinnerte an seine persönlichen Erfahrungen in der Partnerschaft zwischen Nassau und Léo in Burkina Faso. Für mehr direkte Kontakte sprach sich auch Matthias Metzmacher aus und nannte die Partnerschaft des Dekanats mit dem Distrikt Mabira im Norden Tansanias. „Die persönliche Begegnung macht uns sicher feinfühliger dafür, was andere Menschen brauchen und wie wir uns selbst verhalten.“ Bernd-Christoph Matern

Mehr Informationen zur Fastenaktion gibt es im Internet hier .

Zum Foto:
Einen Boga-Korb aus Ghana stellte das Team des Eine-Welt-Ladens Nassau den Besuchern der Fastenaktion „7 Wochen mit…“ vor, die sich auch für einen fairen Handel im Rhein-Lahn-Kreis stark macht. Fotos: Matern 

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