
Kunst ziert die Wände im evangelischen Büro in Bad Ems
Dekanat Nassauer Land zeigt abstrakte Acrylmalerei von Jugendreferent Andreas Kleemann
BAD EMS/RHEIN-LAHN. (27. Dezember 2019) „Ein Lava-Strom kann zerstören, verbrennen, aber er kann auch wärmen“, sagt Andreas Kleemann. Wie ein Roter Faden ziehen sich die Lebenserfahrungen zwischen dunkel und hell durch seine Werke. Der Dekanatsjugendreferent des Dekanats Nassauer Land zeigt derzeit in den Räumen des Dekanatsbüros in Bad Ems seine künstlerische Ader. Ein gutes Dutzend Gemälde von ihm ziert dort bis Ende Februar die Wände.
Seit 2015 besucht Kleemann regelmäßig Wochenend-Malkurse für abstrakte Acrylmalerei und entdeckte dabei sein kreatives Talent, dem Auf und Ab des Lebens auf die Spur zu kommen und diesem mit Form und Farbe Ausdruck zu verleihen. Dabei experimentiert er in seinen Werken gern mit Wellpappe und nutzt für viele seiner Bilder eine Spachteltechnik für die selbst hergestellte Strukturpaste. Das verleiht den Werken sehr viel Dynamik. Und er arbeitet auch schon mal ein Orangennetz, Seidenpapier oder Mullbinden ein.
Ein Triptychon mit brennendem Dornbusch, Kreuz und Auferstehung gehört auch zur Ausstellung, das einzige Werk, das an den kirchlichen Hintergrund Kleemanns erinnern könnte. Allerdings steht eher der (durchaus christliche) Blick auf Lebensgefühle im Focus. So unterschiedlich die Farbgebung der Werke, ist ihnen eins gleich: Immer ist ein heller Ton dabei. „Natürlich gibt es dunkle Seiten im Leben“, weiß der ambitionierte Hobbykünstler, „aber es muss eben nicht dunkel bleiben“. „Hoffnung“, das „Mosaik des Lebens“ oder die Gewalt der Lava ziehen die Blicke an. Der Blick in die Weite und die Chancen des Lebens kommt in einer blau-sonnigen Nordseelandschaft mit goldenen Akzenten zum Ausdruck, lässt Urlaubsgefühle wach werden, hilft beim Entspannen und Entschleunigen im hektischen Alltag. Freude verströmen seine tanzenden Figuren, die erst während ihrer Entstehung von den Füßen auf den Kopf gestellt wurden, um nach den Vorstellungen des Künstlers Wirkung zu entfalten. „Manche Dinge im Leben entwickeln sich erst“, zieht er dafür eine Parallele zum Leben.
„Die Wände in den Fluren und Räumen bieten sich an für Ausstellungen“, sagt Dekanin Renate Weigel. Und so sollen die Bilder Kleemanns nicht die einzigen bleiben, die sie zieren. Weitere Kunstausstellungen sind bereits in der Planung. (bcm)
Die Bilder können während der regulären Öffnungszeiten besichtigt werden; eine telefonische Anmeldung ist sinnvoll unter 02603-509920.
Zu den Fotos:
Dekanatsjugendreferent Andreas Kleemann widmet sich in seiner Freizeit der abstrakten Acrylmalerei. Werk von ihm zieren im Januar und Februar die Wände des Dekanatsbüros. Fotos: Matern
