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BAD EMS. (4.Dezember 2010) Ungewohnte Klänge gab es heute Abend im Bad Emser Beatles-Museum zu erleben. Der lebendige Adventskalender der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde hatte mit seinen Besuchern Einzug in die außergewöhnliche Sammlung mit Erinnerungsstücken an die weltberühmten vier Pilzköpfe gehalten. Martina Griese stimmte an der Gitarre „Eine Tür geht auf“ und „Ein Licht geht uns auf“ mit den Gästen an.
Innen begrüßte Nicole Kleine die Kalenderbesucher mit Informationen über die erstaunliche Sammlung von Axel Ketterer. Der Bad Emser Musiker und Beatles-Fan war bereits 1963 hinter Allem her, was mit den vier Musikern aus Liverpool zu tun
hat: Uhren, T-Shirts, Plakate, Bilder, Briefmarken und Bierdeckel, Tassen und Gläser, vom Kaugummi-Sammelbildchen bis zum lebensgroßen Starschnitt. „Jeden Schnipsel hat er aufgehoben“, so Kleine.
Irgendwann habe der Platz zuhause nicht mehr ausgereicht. So traf es sich gut, dass in der Römerstraße ein Geschäft leer stand und mit seiner 4000 Einzelstücke umfassenden Sammlung einzog. Mittlerweile gehört auch ein Café zum Museum. Kleine: „Es gibt Leute, für die ist das wie Weihnachten wenn sie hier sind.“ Jeden Samstag gibt es dort Live-Musik zu erleben. Eine gute Gelegenheit auch für junge Musiker Kontakte zu knüpfen und in der Rockszene Fuß zu fassen – eben ganz wie damals bei den Beatles.
Unter dem Motto „Rocking for Christmas“ veranstaltet das Café ein Benefizkonzert, im vergangenen Jahr kam es der Elterninitiative krebskranker Kinder in Koblenz zugute; das Konzert am 18. Dezember soll Familien in Bad Ems unterstützen, die ein krebskrankes Kind haben. Martina Griese erinnerte an die Spendenaktion des Adventskalenders, mit der Kindern ein Wunsch erfüllt werden soll, die auf die Unterstützung der Bad Emser Tafel angewiesen sind. Mit einem von Pfarrer Werner Sowitzky vorgetragenen Segenswort von Hans-Dieter Hüsch endete die adventliche Besinnung bei den Beatles.
Abends zuvor hatten sich rund 50 Besucher auf den Weg ins Künstlerhaus Schloss Balmoral gemacht, wo Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin Dr. Danièle Perrier die Gäste in Ateliers, Zimmer und Bibliothek führte, die umfangreichste Literatursammlung der Moderne und Gegenwartskunst in Rheinland-Pfalz.
Jedes Jahr zwischen April und Oktober können dort sieben oder acht Stipendiaten ihre Kunst frei von finanziellen Alltagszwängen entwickeln. Kunst und Religion stünden sich da sehr nahe, so Perrier. „Es geht um das Entdecken, der Welt und das Entdecken in sich.“ 600 Bewerbungen liegen jedes Jahr vor. 15 Plätze stehen zur Verfügung, neben denen in Bad Ems auch acht in europäischen Städten.
Im „Historischen Saal“ des 1867 errichteten Gebäudes ließen sich die Besucher Gebäck und Tee schmecken und sangen zusammen mit Pfarrer Achim Weber Adventslieder. Perrier wies auf eine Ausstellung hin, die im Februar eröffnet wird: „Kunst trotz(t) Demenz“. „Ziel ist es, mit Demenz nicht immer nur Negatives zu verbinden, sondern in der Veränderung auch Lebenswürde und Freude zu entdecken.“ Bernd-Christoph Matern
