
Denn Gott hat
seinen Sohn
nicht in die
Welt gesandt,
dass er die
Welt richte,
sondern dass
die Welt
durch ihn
gerettet werde.
Johannes , Vers 17
Heilig Abend 2019: Die beschenken, die auf Essen und Trinken hoffen
Für ein Stück mehr Gerechtigkeit: Brot für die Welt leistet seit 60 Jahren Hilfe zur Selbsthilfe
RHEIN-LAHN. (24. Dezember 2019) Nicht in einem Palast, sondern in einer armseligen Krippe kam Jesus zur Welt. Ein Bild für das, was Weihnachten ausmacht: Der Blick auf Menschen, die uns brauchen. Während es Menschen in den Industrienationen alljährlich schwieriger fällt, nach Geschenken für ihre Liebsten Ausschau zu halten, weil sie schon alles haben, würden sich die meisten Menschen auf der Welt schon freuen, genug an Essen, Trinken und Kleidung zu haben, von einem festen Dach über dem Kopf ganz zu schweigen. Seit 60 Jahren hat die evangelische Hilfsorganisation Brot für die Welt genau diese Menschen im Blick, denen auch die Kollekten der Heilig-Abend-Gottesdienste im Rhein-Lahn-Kreis zu Gute kommen.
In welchem Überfluss wir leben, zeigt allein der für uns selbstverständliche Verbrauch von Trinkwasser. Fast 850 Millionen Menschen weltweit haben gar keinen Zugang zu genügend Trinkwasser. Bis zu 2,1 Milliarden Menschen trinken täglich verunreinigtes Wasser. Ein Drittel der Weltbevölkerung lebt außerdem ganz ohne sanitäre Einrichtungen.
Die 61. Spenden-Aktion Brot für die Welt steht unter dem Motto „Hunger nach Gerechtigkeit“. Bis zum heutigen Tag leben zig Millionen Menschen in Armut, werden verfolgt, gedemütigt oder ausgegrenzt. Brot für die Welt setzt sich dafür ein, diese Situation global und nachhaltig zu ändern. Zur Eröffnung der Spendenaktion, traditionell am 1. Advent, forderte die hessen-nassauische Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf in Erbach (Odenwald), „mehr über den eigenen Tellerrand zu schauen“.
So erinnere die Botschaft des Advents mit der Sehnsucht nach Frieden zwischen den Menschen daran, auch andere verstärkt in den Blick zu nehmen. Kämen Menschen dem nach, könne „Friede und Gerechtigkeit schon jetzt greifbar werden“. Christinnen und Christen müssten den Blick aber auch auf die Welt und ihre Ressourcen lenken. Es sei eine Haltung nötig, die bereit mache zum Teilen. Scherf würdigte zugleich die Spendenbereitschaft in Deutschland. „Menschen geben etwas weiter von dem, was sie haben. Sie teilen und helfen, dass Menschen möglichst gut und gerecht leben können. Dass Gott auf die Erde kommt und wirklich für alle da ist, wird hier ganz konkret“.
Wie das funktionieren kann, zeigen die vielen guten Projekte von Brot für die Welt, wie zum Beispiel in Mosambik. Am Rande der Hauptstadt Maputo durchsuchen Menschen die Müllberge nach verwertbaren Materialien. Früher haben dort auch viele Kinder gearbeitet. Durch die Partnerorganisation „Renascer-Omac“ gehen die meisten heute zur Schule.
Wer keinen Gottesdienst besucht: Spenden nehmen auch die evangelischen Pfarrämter entgegen und stellen entsprechende Spendenquittungen aus.
Zu den Fotos:
Der Blick auf die Krippe wie die in Nassau will den Blick auf Menschen lenken, die Hilfe brauchen. Ein Beispiel für die Lebenssituation auf der Welt: Müllsammler in Indien. Auf der Mülldeponie verdient ein Waste-Picker den Lebensunterhalt für seine Familie mit dem Sammeln von Altmetallen. Zusammen mit 30 anderen Familien lebt die Familie in provisorischen Hütten aus ausrangierten Wahlplakaten, Pappstücken und Lumpen am Rand der Mülldeponie. Fotos: Matern / Christoph Püschner/Brot für die Welt
