Heime Scheuern wollen mit Dezentralisierung Menschen helfen

thumb_10-einfpmoea09-aNASSAU/RHEIN-LAHN. (10.November) Mit einer Andacht und einem Empfang haben die Heime Scheuern in Nassau Alexandra Gras als Leiterin des Projektmanagements und Beate Kretschmann als Leiterin des Referates für Öffentlichkeitsarbeit eingeführt. Während Kretschmann schon seit mehr als einem Jahr im Amt ist, wurde die Projektmanagement-Stelle geschaffen, um die voranschreitende Dezentralisierung der Lebens- und Arbeitswelt behinderter Menschen strukturiert zu begleiten.

Während es die Einen mit Sorge erfüllt, in einer sich verändernden Welt zu leben, in der es an Halt und Orientierung mangelt, würden dies die Anderen als Chance begreifen, sich von Falschem zu verabschieden und Neues zu schaffen. Mit diesen Gedanken beschrieb der Direktor der Heime Scheuern, Pfarrer Eckhard Bahlmann, die Veränderungen, denen sich auch die Heime Scheuern im Laufe ihrer fast 160-jährigen Geschichte immer wieder unterzogen haben.

thumb_10-einfpmoea09-bEr erinnerte an das zurückliegende Reformationsfest und den Veränderungswillen Martin Luthers. Während Luther nach der Gnade Gottes für sich suchte, seien die Veränderungen in den Heimen Scheuern aus der Frage nach einem helfenden Gott erwachsen. „Uns geht es darum, den Blick für die Menschen am Rande der Gesellschaft nicht zu verlieren“, so Bahlmann. „Wenn wir uns heute neuen Aufgaben stellen, verstehen wir die Angebote als eine Antwort auf konkrete Bedarfe und Nöte der uns anvertrauten Menschen.“

Und für diese neuen Angebote würden neue Menschen mit ihren Ideen und Gedanken gebraucht, sagte Bahlmann den beiden Mitarbeiterinnen, für die er um Kraft, Zuversicht und Freude an der Arbeit bat, „damit wir den Menschen helfen können wie Jesus ihnen geholfen hätte“.

Beate Kretschmann hat bereits im vergangenen Jahr die Aufgabe übernommen, die Kommunikation innerhalb der Heime zu leiten und deren Arbeit nach außen darzustellen. Alexandra Gras koordiniert künftig die Bemühungen der Heime, Menschen mit einer Behinderung ein wohnortnahes Leben und Arbeiten zu ermöglichen. Projekte anstoßen und entwickeln, Gebäudemanagement, Verantwortliche an einen Tisch bringen und gemeinsam Konzepte erarbeiten – das gehört zu Gras’ Aufgaben.

„Dabei ist der Austausch mit Bewohnern, Mitarbeitern, Angehörigen oder gesetzlichen Vertretern ganz wichtig“, so Gras. Wünsche und das Wahlrecht der Betroffenen seien entscheidend. Niemand werde gegen seinen Willen zu einem Umzug gezwungen. „Aber wir wollen, dass die Menschen auswählen können, wo sie wohnen“, erläuterte Direktor Bahlmann den Hintergrund der Dezentralisierung.

Aus dem in Hömberg gegründeten „Rettungshaus“ für wenige schwer erziehbare Jungen sei ein sehr differenziertes Angebot für 600 Menschen geworden. Nur Bereitschaft zur Veränderung habe ermöglicht, dass die Heime Scheuern nicht auf dem Stand ihres Gründungsjahres 1850 geblieben sind. Bernd-Christoph Matern

Bildunterzeile: Der Direktor der Heime Scheuern, Pfarrer Eckhard Bahlmann, wünschte der Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit Beate Kretschmann und der Leiterin der Stabsstelle Projektmanagement Alexandra Gras (rechts) viel Freude bei ihrer Arbeit. Fotos: Bernd-Christoph Matern 

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