Herrnhuter Stern leuchtet zum Jubiläumskaffee

Lebendiger Adventskalender öffnet sich vor Eine-Welt-Laden in Nastätten – 35 Jahre handeln für Gerechtigkeit

NASTÄTTEN/RHEIN-LAHN. (15. Dezember 2021) „Binde deinen Karren an einen Stern“. Mit diesem Satz von Leonardo da Vinci begrüßte Anke Bodenbach die Teilnehmenden des lebendigen Adventskalenders in Nastätten unter dem Herrnhuter Stern als dessen Erkennungszeichen vor einem ganz besonderen Kalenderfenster: Dem Eine-Welt-Laden in der Römerstraße. Der wurde nämlich vor fast genau 35 Jahren eröffnet. „Damals haben wir genau das gemacht, unseren Karren an einen Stern gebunden“, erinnerte das Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Eine Welt an die Gründung.

Eine konkrete Vorstellung von einer gerechten Welt, wo das Miteinander statt das Gegeneinander praktiziert wird, sei der Auslöser gewesen und Antriebsfeder geblieben. Viel Segen habe auf den Anfängen wie der Weiterentwicklung gelegen ebenso auf den Menschen, die sich immer wieder fanden, um sich ehrenamtlich für den Laden an sechs Tagen in der Woche und darüber hinaus zu engagieren. „Wer noch mitmachen möchte, ist willkommen“, so Bodenbach. Vorstandsmitglied Thomas Schwab nutzte die Gelegenheit, dem Team zu danken, das samt und sonders einen Ehrenamtspreis verdiene. Namentlich nannte er außerdem Michael Pabst und „unseren großartigen Vermieter“ Fred Groß, die Jubiläumskaffee, Stollen und andere Unterstützung liefern sowie allen anderen Gratulanten, die die Arbeit wertschätzen.

Der Verkauf der fair gehandelten Waren unterstützt nicht nur die Produzenten, sondern förderte in 35 Jahren obendrein zahlreiche Projekte. Die Überschüsse fließen unter anderem in Entwicklungsprojekte in Brasilien, Haiti, Kamerun und Kenia, zu denen persönliche Kontakte bestehen. Unterstützung findet gerade die Initiative „Wir machen mit“ (WMM) aus der Verbandsgemeinde Aar-Einrich, die derzeit hilft, das Elend und die gesundheitliche Not in den Flüchtlingslagern auf der Insel Lesbos abzumildern. WMM- Gründungsmitglied Dr. Achim Lauer stellte den Kalender-Gästen die nach dem Tsunami in Sri Lanka 2005 gegründete Initiative vor.

An die Entstehung des Eine-Welt-Ladens in Nastätten erinnerte zuletzt Gründungsmitglied Diakon Peter Fischer. Es sei ein glücklicher Zufall gewesen, dass 1996 eine Arztpraxis die Räume abzugeben hatte und mit Unterstützung des damaligen Gemeindepfarrers Schubert die Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen wurde. Für dessen Zukunft animierte er dazu, das Eine-Welt-Thema Klimawandel und Klima-Gerechtigkeit noch stärker in den Fokus zu rücken.

Wie Gutes gelingen kann, wenn man die Hoffnung nicht aufgibt, dazu lieferten Geschichten von den vier Kerzen mit Namen Frieden, Glaube, Liebe und Hoffnung Denkanstöße sowie die von drei Bäumen, deren Wünsche über Umwege am Ende in Erfüllung gingen, als sie zu Krippe, Boot und Kreuz verarbeitet wurden. Etwas Licht und Hoffnung soll der lebendige Adventskalender in diesem Jahr Kindern im Ahrtal nach der Flutkatastrophe zum bevorstehenden Weihnachtsfest schenken. Sieglinde Achenbach rührte einmal mehr die Werbetrommel und dankte für Spenden, die an diesem Abend dafür in eine Schatzkiste wanderten.

Zwischendurch sorgten Dörte Schneider an der Tuba und Uli Klöppel am Keyboard für musikalische Adventsstimmung in der festlich und mit vielen hoffnungsvollen Weihnachtssternen beleuchteten Römerstraße. Bernd-Christoph Matern

Die nächsten Kalender-Termine finden Sie hier.

Zu den Fotos:
Ein besonderes Fenster besuchte der Lebendige Adventskalender der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde Nastätten: den vor 35 Jahren eröffneten Eine-Welt-Laden in der Römerstraße. Fotos: Matern

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