RHEIN-LAHN/NASSAU. Einen Zugang zum Internet soll jetzt den Bewohnern der Heime Scheuern in Nassau ermöglicht werden. In dieser Woche wurde in einer ersten der 38 Wohngruppen ein Computer in Betrieb genommen, der den Menschen mit einer Behinderung den Zugang zum „world wide web” ermöglicht. „Es war ein Wunsch aus den Reihen der Bewohner” erklärt der Direktor der Einrichtung, Pfarrer Eckhard Bahlmann, wie es zu dem ersten Internet-Anschluss in einer Wohngruppe im Wichernhaus gekommen ist.
„Was sich der eine vielleicht leisten kann, wollten wir allen Bewohnern ermöglichen”, so Bahlmann. Weitere Zugänge für die insgesamt 600 Bewohner in den 18 Wohnhäusern der Heime sollen folgen. „Dabei ist uns wichtig, dass der Zugang ins Internet nicht zum Rückzug aus der Gemeinschaft und zu einer Vereinsamung führt, sondern ein Gemeinschaftserlebnis ist”, so Bahlmann. Wie der erste Computer sollen auch folgende nur in den Gemeinschaftsräumen installiert werden, damit das Medium der Kommunikation dient.
Die Nutzung geschieht unter Anleitung, wie es Mitarbeiterin Stephanie Inan beispielsweise während der „world wide web-Premiere” tat. Sicherheitseinstellungen sorgen dafür, dass nicht jede Website zugänglich ist.
Etwa 20 Heimbewohner haben für die Nutzung des Internets bereits an einer Schulung des Volksbildungswerkes in Singhofen teilgenommen. „Der Kurs war sehr hilfreich und wurde rege frequentiert”, erklärt die Leiterin des Bereichs Wohnen, Birgit Klaiber. „Das Internet gehört heutzutage in unsere Lebenswelt, davor kann sich auch eine Behinderteneinrichtung nicht verschließen”, erklärt Klaiber. Und natürlich mache die Nutzung keinen Sinn für Bewohner, die aufgrund ihrer Behinderung damit gar nichts anfangen können.
Mit dem Internetzugang in den Wohnhäusern soll sich der Einzug der modernen Kommunikationstechnik in den Heimen Scheuern allerdings nicht erschöpfen. „Wenn die Orgelpfeife saniert wurde, können wir uns vorstellen, dort auch eine Art Internet-Café einzurichten”, erzählt Klaiber. (bcm)
