BAD EMS/NASTÄTTEN. (9. Dezember) Die Türen zu Jugendprojekten öffneten sich an den lebendigen Adventskalendern in Bad Ems und Nastätten. Die Aktionen der evangelischen Kirchengemeinden und des Pfarramts für gesellschaftliche Verantwortung Rhein-Lahn gaben Einblick in das Jugendprojekt „JUWEL“ und das Haus Hahnenmühle, wo Musik, Gedichtetes, schlechte und gute Gefühle die besinnliche halbe Stunde prägten.
In der Bad Emser Römerstraße begrüßte Benedikt Pabst die Kalenderbesucher in dem vom Rhein-Lahn-Kreis in Zusammenarbeit mit der „ARGE“ Rhein-Lahn getragene Projekt „JUWEL“, das junge Arbeitslose – zurzeit etwa 110 Personen –, wieder in den Arbeitsmarkt integriert. Dabei handelt es sich um bis zu 25-Jährige aus dem ganzen Kreisgebiet.
Dass es in dem Projekt um mehr als die pure Arbeitsvermittlung geht, wurde während des Besuches deutlich. So demonstrierten die Jugendlichen etwa ihre kreativen Stärken. Viel Rhythmus steckte den „Chromosons“ im Blut, die mit ihrer Percussion-Vorführung tüchtig Schwung in den Adventskalender brachten. Juwel-Mitarbeiterin Judith Zins-Bechstedt trug außerdem eine Geschichte von Maria Fleischer vor. Die junge Frau bewies sich als Autorin. „Das Wunder der wahren Liebe an Weihnachten“ war der Titel der bestens zum Kalender passenden Story gewählt. Mit einem Segen für Projektteilnehmer und -Mitarbeiter von Pfarrerin Rauch schloss sich die Kalendertür wieder.
Über die dunklen und hellen Seiten des Lebens wurde im Jugendhaus Hahnenmühle in Nastätten während der offenen Kalendertür nachgedacht. Regina Schneider stellte Arbeit und Team der Einrichtung vor und leitete dann zu einer eindrucksvollen Andacht mit Werner Schreiner und Carolin Pinger über. Stück für
Stück wurden die brennenden Teelichter in dem für die vielen Besucher fast zu kleinen Raum im Erdgeschoss gelöscht. Die zunehmende Dunkelheit wurde von
Gedanken begleitet, die Jugendliche mit dem Begriff Dunkelheit verbinden. Stress in Schule und Familie, Arbeitslosigkeit und enttäuschte Liebe verdunkelten Seele und Raum.
Doch es blieb nicht dunkel. „Lichtgedanken“ wie Verständnis oder neue Begegnungen der Jugendlichen, die dabei wieder Teelichter anzündeten, ließen es im Raum wieder stimmungsvoll heller werden. Auch die Kalenderbesucher wurden mit positiven Gedanken auf den Heimweg geschickt. Sie erhielten Sterne mit Begriffen, die sie ermutigen und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lassen können, wenn Dunkelheit den Blick trübt.
Pfarrer Matthias Metzmacher erinnerte an die Gutschein-Aktion, mit der bedürftigen Kindern und Jugendlichen aus der Region eine kleine Weihnachtsfreude bereitet werden kann. (bcm)
