Kalender in Diez zwischen Grippe, Krippe und Nikolaus

thumb_1a-bormannkindersingenthumb_1a-bormannnikolausDIEZ. (7.Dezember 2010) Der Schulungsraum der Praxis Bormann platzte sprichwörtlich fast „aus allen Nähten“, als dort unter dem Herrnhuter Stern der lebendige Adventskalender Diez die Türen öffnete. Kleine und große Besucher nahmen auf Boden und Stühlen Platz. Sie alle erwarteten besinnliche, informative und bescherende schöne Minuten. „Dass mal 70 Leute meinen Namenstag mit mir feiern, hätten meine Eltern sicher nicht gedacht“, sagte Klaus Bormann zur Begrüßung, bevor er einen Einblick in adventliche Erkrankungen gab, die Patienten zurzeit in seine Praxis führen.

Die Grippe gehöre dabei zu den häufigsten Ursachen. Aber auch Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen allein sind, leiden darunter gerade vor Weihnachten besonders und suchen ärztlichen Rat. Mit einer Krippe wird in der Arztpraxis alljährlich für etwas besinnliche Stimmung gesorgt. Dann erzählte der Gastgeber von einem hölzernen Nikolaus, dem er in einer Kirche begegnete.

Der konnte sprechen und erzählte von einem Hafen in Myra, der Heimat des Nikolaus. Dort herrschte großer Hunger und Elend. Als der Nikolaus den hartherzigen Kapitän eines Getreideschiffes an Jesus erinnerte, der mit zwei Broten thumb_1a-bormannkinderquerriesige Menschenmassen satt gemacht hatte, erweichte der Seemann und trug dazu bei, das Elend für einen Moment zu lindern. „Damals haben alle gespürt, wie wichtig das Teilen sein kann“, so Bormann.

Kinder der evangelischen Kindertagesstätte „Am Hexenberg“ hörten nicht nur dieser Geschichte aufmerksam zu, sie stimmten begleitet von Judith Gäde an der Gitarre auch selbst Lieder an. „Lasst uns froh und munter sein“ hallte es da etwa kräftig durch den adventlich geschmückten Raum, der sonst ärztlichen Fortbildungen dient.

thumb_1a-bormnikolausverteiltAm Nikolaustag sollten die Kinder nicht ohne eine kleine Bescherung nach Hause gehen. Der frisch im Ruhestand angekommene Dekan Hans-Otto Rether schlüpfte einmal mehr in die Rolle und Kleider des Heiligen Nikolaus. Kindgemäß erklärte er den Kleinen, was es mit dem vor 1650 Jahren gestorbenen „guten Mann“ auf sich hat, der Bischof war und sein Vermögen an Arme verteilte. „Und weil Nikolaus schon so lange tot ist, erinnern wir uns jedes Jahr an ihn“, so der Pfarrer, um Gutes wie er zu tun.

thumb_1a-bormretherbormannStück für Stück verkleidete er sich wie der Heilige mit Ornat und Mitra, der Kopfbedeckung der Bischöfe und erklärte deren Bedeutung. Die helle Farbe habe man gewählt, weil es viele Kinder gibt, die sich vor dem roten Gewand erschrecken. Fertig verkleidet verschwand der Diezer Nikolaus, um mit Leckereien und Südfrüchten zurückzukehren, die er zusammen mit Klaus Bormann unter Kindern und Erwachsenen verteilte.

thumb_1a-bormsahmerspendeRita und Dieter Sahmer sowie Matthias Metzmacher, Pfarrer für gesellschaftliche Verantwortung der evangelischen Kirche an Rhein und Lahn, erinnerten an die mit dem lebendigen Adventskalender verbundene Spenden- und Gutscheinaktion, die bedürftigen Kindern zu Gute kommt. Sie dankten Klaus Bormann für die Gastfreundschaft, der seinerseits noch zu Tee und Gebäck einlud. Bernd-Christoph Matern

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Kommentare sind geschlossen.