Im April ?ffnet zweite “Tafel” im Rhein-Lahn-Kreis

Diakonisches Werk hat Laden in Nastätten angemietet – 60 Helfer gemeldet – Sponsoren gesucht

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RHEIN-LAHN/NASTÄTTEN. Am 3. April sollen sich erstmals die Türen für eine zweite „Tafel“ im Rhein-Lahn-Kreis öffnen. In der Nastättener Oberstraße sollen dann zweimal pro Woche Lebensmittel an Bedürftige abgegeben werden. Jeder Erwachsene zahlt dafür einen mehr symbolischen Beitrag von einem Euro. Wie Ulrike Pommerenke, Leiterin des Diakonischen Werkes Rhein-Lahn, gestern erklärte, seien alle Voraussetzungen für die Eröffnung erfüllt. 60 freiwillige Helfer haben bereits ihre Mitarbeit zugesagt.

Ein besonderer Dank gelte der Paulinenstiftung, die einen neuen Lieferwagen mit der notwendigen Kühlapparatur finanziert sowie die Innenausstattung des Ladens. Bei der Suche nach einem geeigneten Standort hatte Stadtbürgermeister Emil Werner maßgeblich mitgewirkt. Zurzeit bemüht sich der Stadtchef um weitere Sponsoren für die Finanzierung der „Tafel“. Die evangelische Kirchengemeinde Nastätten hat bereits erste Lebensmittelgeschäfte angeworben, die den Laden bestücken. Ein gemeinsames Schreiben der drei Institutionen an potentielle Sponsoren zeugt von der gemeinsamen Anstrengung.

Und weitere Sponsoren sind dringend notwendig, um den laufenden Betrieb finanzieren zu können. „Da können wir noch jeden Euro an Unterstützung gebrauchen“, sagt Pommerenke. Besonders froh ist DW-Mitarbeiter Oliver Krebs, der sich bereits um die Organisation der Lebensmittelausgabe in Diez kümmert und jetzt auch in Nastätten, dass sich schon 60 Freiwillige gemeldet haben, um den Transport der Waren, das Sortieren, Verpacken und schließlich die Ausgabe an den beiden Öffnungstagen dienstags und donnerstags übernehmen.

 Bei einem ersten Helfertreffen im Februar sollen die künftigen ehrenamtlichen Mitarbeiter über die Grundsätze der „Tafeln“ sowie über die Arbeitsabläufe informiert werden. „Wenn dann noch drei bis vier Geschäfte hinzukämen, die uns Waren liefern, wären die Startbedingungen für die Nastättener Tafel ideal“, sagt Ulrike Pommerenke, die trotz des erfreulich reibungslosen Ablaufs der Öffnungsvorbereitungen daran erinnert, dass die neue Einrichtung deutlich macht: Die steigende Armut unter den privaten Haushalten macht auch vor dem Rhein-Lahn-Kreis nicht Halt. „Es gibt Menschen, die müssen in unserer Wohlstandgesellschaft mitten im Rhein-Lahn-Kreis um ihr tägliches Brot kämpfen“, so die DW-Leiterin. Und Nastätten soll im Kreis nicht die letzte Ausgabestelle bleiben. In Bad Ems plant die evangelische Diakonie-Einrichtung die Eröffnung einer dritten Tafel.

 „Tafeln“ geben Nahrungsmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs, die etwa in Supermärkten nicht mehr zum Verkauf angeboten werden dürfen, die aber noch vollkommen unbedenklich zu genießen sind, an Menschen mit geringem Einkommen aus den Verbandsgemeinden Nastätten und Loreley aus. Das Diakonische Werk überprüft die Bedürftigkeit und stellt entsprechende Berechtigungskarten aus für die Bezieher von Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Sozialhilfe sowie an Personen mit kleiner Rente oder geringen Einkünften. (bcm)

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