Nassauer Adventskalender 2015 hilft Menschen in Not

thumb_1a-lana061215spende_becrima-NASSAU. (14. Dezember 2015) Eine mehr als positive Bilanz zogen jetzt die evangelische und die katholische Kirchengemeinde Nassau nach dem Abschluss ihres lebendigen Adventskalenders. Der hatte besinnliche Momente, interessante Einblicke hinter offenen Türen und mehr als 1000 Euro für die Sprachkurse der ökumenischen Flüchtlingsinitiative Nassau beschert.

"Die Summe ist so hoch wie noch nie“, dankte Jutta Treis im katholischen Pfarrheim Organisationsteam, Gastgebern und Besuchern für ihr Engagement vor und während der einwöchigen Aktion. Sie erinnerte an die offenen Türen bei „puraVita“, der Firma CHG Gross, der Schloßapotheke, dem Eine-Welt-Laden und der Stiftung Scheuern, wo einmal mehr der Chor der Stiftung gezeigt habe, dass Musik die Menschen verbindet.

Zuletzt war der Kalender Gast auf der Bühne des Nassauer Adventsmarktes und erinnerte an den Grund des vorweihnachtlichen Treibens. Auch dort seien die Menschen sehr spendenfreudig gewesen. Pfarrer Matthias Metzmacher vom Pfarramt für gesellschaftliche Verantwortung der evangelischen Kirche Rhein-Lahn freute sich über die interessanten Einblicke, die die Gastgeber ermöglicht hätten, die Denkanstöße sowie die vielen besinnlichen Momente und die Spendenbereitschaft. Dankbar war auch Martina Kissel-Staude von der ökumenischen Flüchtlingsinitiative Nassau, als sie die Spende entgegennahm, die den täglich angebotenen Sprachkursen für Flüchtlinge zugutekommt.

Sie schilderte das Schicksal des Flüchtlings Samer Bikbashi aus Damaskus. Der Geschäftsmann, dessen Haus von Bomben zerstört wurde, flüchtete mit Bruder und Schwester nach Deutschland; seine Frau hoffte er, über den Familiennachzug auf sicherem Weg nachholen zu können. Zunächst konnte er noch regelmäßig mit ihr telefonieren; seit fast drei Wochen hat er aber nichts mehr von ihr gehört. Das Gebiet, das von oben bombardiert wird und in dem am Boden Rebellen kämpfen, sei von der Außenwelt abgeschnitten; niemand komme rein oder raus. „Pray for my wife“, bat Bikbashi die Gottesdienstbesucher im Pfarrheim.

Manches habe sich an staatlicher Unterstützung für Asylbewerber schon verbessert, erklärte Kissel-Staude weiter. Warum die Sprachkurs-Förderung aber nur auf Flüchtlinge aus wenigen Ländern beschränkt sei, bleibe ihr unverständlich und trage zu Missmut bei. Unverschämt finde sie politische Äußerungen, die unterstellen, Flüchtlingen werde in Deutschland mehr geholfen als anderen Hilfebedürftigen. „Wir müssen dafür sorgen, dass es allen besser geht, die ,unten' stehen“, erinnerte Kissel-Staude. Ein Beispiel sei die neue Nassauer Kleiderausgabe, die allen Menschen offen stehe.

Angela Yomo überreichten die Kalender-Organisatoren die Spendendose. Sie kam vor 25 Jahren nach Nassau und hilft derzeit mit Übersetzungen und anderen Diensten vielen arabisch sprechenden Christen und Muslimen. Für das nächste Jahr gibt es bereits jetzt schon zahlreiche Interessenten, die gern für den lebendigen Adventskalender ihre Türen öffnen würden, sagte Jutta Treis zum Abschluss der Spendenübergabe im Pfarrheim. Bernd-Christoph Matern

Zum Foto:
Sie freuten sich unter dem Herrnhuter Advents-Stern über die Gastfreundschaft am lebendigen Adventskalender in Nassau und dem gesamten Nassauer Land: Mitglieder des Kalender-Teams und der ökumenischen Flüchtlingsinitiative Nassau. Foto: Matern 

Einen ausführlicheren Bericht über den Nassauer Adventskalender 2015 finden Sie hier . 

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