Perlen als Rettungsringe f?r die Seele

thumb_1perlenRHEIN-LAHN/HAINAU. Viele Religionen kennen Gebetsketten oder – bänder als Hilfe, den Glauben „begreifbar zu machen“. Jetzt hat auch die evangelische Kirche die „Perlen des Glaubens“ entdeckt. 18 Glasperlen in verschiedenen Formen, Farben und Größen hat der schwedische Bischof Martin Lönnebo zu einem kleinen Band zusammengefügt – ein Gebetsband, das nun zum Thema eines Seminars wurde. „Perlen des Lebens“ nannten Claire und Matthias Metzmacher, Referenten für Bildung und Gesellschaftliche Verantwortung der evangelischen Kirche an Rhein und Lahn ihr Seminar, das sich an Eltern von Kindern mit einer Behinderung richtete und eine „Auszeit“ vom Alltag bot.

Das Perlenband sei ein „ökumenisches Band“, das helfe, näher zu Gott und zu sich selbst zu finden, sagte Claire Metzmacher. Die Perlen sollen ein Rettungsring für die Seele sein, dabei sei jeder frei im Umgang mit den 18 Perlen am Gummiband. Jede der Perlen hat eine besondere Bedeutung. Die große, goldene „Gottesperle“ bildet den Anfang und das Ende des Bandes. Wenn man diese Perle in die Hand nehme, könne man darüber nachdenken, wer und was das Leben zusammenhält.

Sechs kleine „Perlen der Stille“ laden ein zum Innehalten im Alltag, schaffen Pause und Möglichkeiten des Atemholens. Die Ich-Perle, klein und weiß, will sagen: Behandle alle mit Achtung, auch dich selbst. Damit eng verbunden die Taufperle – Erinnerung an das Ja Gottes zum Menschen. Die Wüstenperle steht für Zeiten der Einsamkeit und Traurigkeit, aber auch für Wendepunkte und Reifung.

Die blaue Perle der Gelassenheit fragt: Was kann ich sein lassen, wo kann ich mich entlasten? Zwei rote Perlen stehen für die Liebe – die Liebe zwischen zwei Menschen und für Lieben und Geliebt werden. Geheimnisperlen, drei an der Zahl, direkt im Anschluss an die Perlen der Liebe weisen darauf hin, dass jeder helle und auch dunkle Geheimnisse in sich trägt. Eine schwarze Perle symbolisiert die Nacht, das Dunkle im Leben, die Angst und Trauer. Hoffnung zeigt die große weiße Perle der Auferstehung, des Wandels im Leben und des neuen Anfangs trotz aller Not. Der Kreis schließt sich wiederum mit der großen goldenen Gottesperle.

„Dieses Perlenband kann auch den Eltern behinderter Kinder helfen, ihr Kind und auch die damit verbundenen lebenslangen Aufgaben der Eltern mit einem anderen Blick zu betrachten“, fasste Pfarrer Matthias Metzmacher die Symbolkraft der „Perlen des Glaubens“ zusammen. Das Seminar fand statt als Kooperation der Evangelischen Kirche mit den Beratungs- und Koordinierungsstellen sowie der Selbsthilfegruppe „Eltern behinderter Kinder“ aus Niederwallmenach. Claire Metzmacher

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