KAUB/LORCH. In der vergangenen Woche wurde auf dem Dach der evangelischen Kindertagesstätte Lorch-Ranselberg eine Photovoltaikanlage installiert. Zwar zeigte sich das Wetter während des Aufbaus wenig freundlich, doch Gemeindepfarrer Urs Michalke hofft, dass sich die umweltfreundliche Stromerzeugung vor allem auf den Klimaschutz freundlich auswirkt, ungeachtet der damit verbundenen Mieteinnahmen für die Kirchengemeinde Kaub-Lorch.
Auf einer Fläche von etwa 140 Quadratmetern wurden die großen Module auf dem Dach der Kindertagesstätte am Zauberwald befestigt, die eine Stromeinspeisung von 17,5 Kilowatt pro Stunde ermöglichen. Die evangelische Kirchengemeinde Kaub-Lorch hat die nach Süden zeigende Dachfläche an die Firma Sun-Consult vermietet. Mit der Photovoltaikanlage möchte die Gemeinde an erster Stelle einen Beitrag zur Verringerung des CO-2-Ausstoßes und damit zum Klimaschutz leisten.
Auslöser für die umweltfreundliche Erneuerung war eine ohnehin fällig gewordene Sanierung des 30 Jahre alten Flachdaches, das dem Kindergarten keinen dichten Schutz mehr bot. „So haben wir uns für ein Satteldach entschieden, auf dem jetzt auch die Sonnenenergie genutzt werden kann.“ Mit der Firma Sun-Consult in Geisenheim wurde ein entsprechender Vertrag über eine 40-jährige Nutzung des Daches mit den Sonnenkollektoren abgeschlossen. Anschließend geht die Anlage in den Besitz der Kirchengemeinde über. Bei der Anlage handelt es sich um die größte Photovoltaikanlage von Lorch.
„Der Klimaschutzgedanke stand bei den Überlegungen an vorderster Stelle und nicht etwa finanzielle Vorteile, die mit etwaigen Risiken verbunden gewesen wären“, erklärt Michalke und rechnet vor, dass mit dieser Anlage der Strombedarf von etwa zehn Familien pro Jahr gedeckt werden könnte. „Natürlich bedarf es dazu einer entsprechenden Sonneneinstrahlung.“ Um deutlich zu machen, welchen Beitrag die Sonnenenergie zum Klimaschutz leisten kann, möchte der Pfarrer auch noch eine Anzeigentafel installieren, an der abzulesen ist, wie viel Strom gerade produziert wird.
Michalke hofft, dass auch die Anschlussarbeiten so rasch abgeschlossen sind wie die großen Module auf dem Dach innerhalb eines Tages befestigt wurden, damit dann dem offiziellen Knopfdruck zur Inbetriebnahme der Anlage nichts mehr entgegensteht.
Nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes will auch die evangelische Kirchengemeinde Miehlen in den kommenden Jahren die Sonnenenergie zur Stromerzeugung nutzen. Der Kirchenvorstand der Schinderhannes-Gemeinde erhofft sich zudem eine deutliche Aufbesserung ihrer Gemeindekasse vom Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gemeindehauses.
Eine Fläche von rund 100 Quadratmetern steht da zur Verfügung, den ganzen Tag über zur Sonne geneigt. Doch im Gegensatz zu Kaub-Lorch verpachten die Miehlener die Fläche nicht, sondern investieren selbst und möchten dann auch den Gewinn durch die Einspeisung der Energie ins örtliche Stromnetz selbst einstecken. Rund 70000 Euro werden jetzt für den Bau der Anlage und ihrer 81 Module ausgegeben. 20 Jahre wird die Kirchengemeinde den dort gewonnenen Strom zum bereits jetzt durch das Einspeisungsgesetz festgelegten Betrag verkaufen. „Damit werden wir nach 20 Jahren einen Verdienst von knapp 47000 Euro erzielen“, erklärt Gemeindepfarrer Harald Peter Fischer.(bcm)
