Reformationsfest 2018: Gottesdienste und Landrat-Predigt

Reformationsfest nicht nur mit dem Landrat

Evangelische Gemeinden erinnern auch im 501. Jahr nach Thesenanschlag an Freiheitsgedanken Luthers

 

RHEIN-LAHN. Auch im 501. Jahr des Thesenanschlags von Martin Luther, der die Reformation und das Entstehen der evangelischen Kirche auslöste, erinnern viele Gemeinden im Rhein-Lahn-Kreis an das Ereignis am Mittwoch, 31. Oktober mit einem besonderen Gottesdienst.

 

Einen prominenten Prediger haben die vier Diezer Kirchengemeinden für ihren ökumenischen Reformationsgottesdienst am 31. Oktober um 19 Uhr gewinnen können: Landrat Frank Puchtler predigt in der evangelischen Kirche St. Peter zu Diez zum Thema „Apfelbäumchen macht Mut“. Puchtler, der auch Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau ist, greift dabei einen Satz auf, der Martin Luther zugesprochen wird: „Und wenn ich wüsste, das morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“. Ob er tatsächlich vom Reformator stammt, ist nicht belegt, an der Hoffnung, die er ausdrückt, ändert das nichts.

 

Wie schon im vergangenen 500. Gedenkjahr zu Luthers Thesenanschlag feiern die drei evangelischen Kirchengemeinden von Jakobus, St. Peter und der Stiftskirche den Reformationsgottesdienst in ökumenischer Verbundenheit mit der katholischen Herz-Jesu-Gemeinde Diez. Die vier Kirchengemeinden hatten 2017 ein gemeinsames Programm mit vielen Projekten, Veranstaltungen und Aktionen auf die Beine gestellt. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es die Möglichkeit, den Reformationstag bei Getränken und Essen mit Bier und Lutherbratwurst gebührend ausklingen zu lassen.

 

In Bad Ems wird passend zum Reformationsgedanken und der Erinnerung an Martin Luther in der evangelischen Martinskirche um 19 Uhr mit einem Gottesdienst die neue Altarbibel der Kirche eingeweiht.

 

„Vom vollen Hals…“ ist der Reformationsgottesdienst überschrieben, zu dem die Kirchengemeinden der Esterau in diesem Jahr um 19 Uhr in die Kirche von Dörnberg einladen. Im Anschluss wartet auf die Kirchenbesucher noch ein Imbiss. Außerdem öffnen sich zum Reformationsfest jeweils um 19 Uhr die Kirchentüren in Klingelbach, Kördorf und der Christuskirche in Lahnstein (Allerheiligenberg).

 

Am 31. Oktober erinnern Protestantinnen und Protestanten in aller Welt an den Beginn der Reformation und die Gründung der evangelischen Kirche vor über 500 Jahren. Am Tag vor Allerheiligen 1517 brachte der Mönch und Theologieprofessor Martin Luther seine 95 Thesen zu Ablass und Buße in Umlauf. Der Überlieferung nach soll er seine Ideen in lateinischer Sprache auch an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen haben, um eine akademische Diskussion auszulösen. Damit leitete Luther die Reformation der Kirche ein.

 

Für alle Daheimbleibenden bietet das ZDF übrigens am Mittwoch zum Reformationstag und am Donnerstag zu Allerheiligen Beiträge zum Nachdenken an. In seiner Sendung “Dietrich Grönemeyer – Leben ist mehr!” am Mittwoch, 31. Oktober, 17.45 Uhr, besucht Dietrich Grönemeyer eine private Initiative, die Hütten für Obdachlose baut. Am Donnerstag, 1. November 2018, 17.45 Uhr, hilft Pater Nikodemus Schnabel als Kanalarbeiter, das zu beseitigen, was die Gesellschaft loswerden will.

 

Dietrich Grönemeyer besucht Sven Lüdecke: Er unterstützt Obdachlose, indem er kleine Hütten auf eigene Kosten baut. 57 “Little Homes” stehen schon in deutschen Städten. Der 64-jährige Obdachlose Henry erzählt Dietrich Grönemeyer, dass Lüdeckes Haus sein “Sechser im Lotto” gewesen sei. Er habe mittlerweile sogar Arbeit gefunden.

 

Pater Nikodemus Schnabel steigt in die Kanalisation – ein Ort, den viele lieber meiden. Als Mönch, Priester und Theologe kennt er sich mit der spirituellen Unterwelt aus, jetzt begleitet er Mitarbeiter der Stadtentwässerung Augsburg bei ihrer Arbeit in der realen Unterwelt.

 

 

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