Abschied vom kleinsten Kirchspiel im Dekanat

thumb_1scheererNIEDERBACHHEIM. „Du wirst sicher noch manche Predigt halten“, sagte Dekan Mathias Moos, als er am Wochenende zusammen mit Propst Dr. Sigurd Rink in einem feierlichen Gottesdienst Pfarrer Sepp Scheerer in der evangelischen Kirche in Niederbachheim in den Ruhestand verabschiedet hatte. Zuvor forderte Scheerer, der fast 25 Jahre das Kirchspiel mit den Ortsgemeinden Nieder- und Oberbachheim, Kehlbach und Winterwerb betreute, in einer engagierten Abschiedspredigt die Zuhörer auf, sich immer wieder durch den Gottesdienstbesuch zu einem „neuen Menschen“ machen zu lassen.

thumb_1abschied1In der frisch renovierten Kirche war kaum noch ein Platz frei, als Sepp Scheerer zum letzten Mal als Gemeindepfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Niederbachheim einen Gottesdienst feierte. Die Abschiedsfeier fiel genau auf Scheerers 65. Geburtstag. In seiner Predigt über den Lukas-Vers, in dem Jesus seinem Jünger Petrus voraussagt, dass er ihn drei Mal verleugnet, bevor der Hahn kräht, sprach er von der Versuchung, die eigene Ehre wichtiger zu nehmen als die Gottes. Daran erinnere der Hahn auf dem Kirchturm.

 Der „alte Adam“, der nach Luther mit der Taufe ersäuft wird, sei immer da. „Und wenn der alte Mensch gefüttert wird, ist der neue in Gefahr“, so Scheerer. Auch ein Pfarrer könne sich von dieser Versuchung nicht freisprechen. „Ich habe im Geiste immer bei ihnen da unten gesessen“, so der scheidende Gemeindepfarrer. Umso wichtiger sei es, sich der Gnade und des Segens Gottes sowie des reinigenden Blutes „von unserem Herrn Jesus“ immer wieder durch den wöchentlichen Besuch des Gottesdienstes bewusst zu machen.

thumb_1kaffeeDekan Mathias Moos dankte Scheerer für seinen Dienst im kleinsten Kirchspiel des Dekanates, das künftig pfarramtlich von Dachsenhausen mit versorgt wird. Den jetzigen Konfirmanden-Jahrgang begleitet Scheerer noch bis zur Konfirmation, bevor er mit seiner Frau in die neue Heimat nach Polch zieht. Moos überreichte Scheerer im Namen des Dekanates einen Reisekoffer, bevor Propst Rink den Theologen für seinen Ruhestand segnete und ihm die Abschiedsurkunde der Landeskirche überreichte. Für die musikalische Gestaltung sorgten der evangelische Kirchenchor Winterwerb unter Leitung von Edgar Vogt und Organist Andreas Minor.

 Im Gemeindehaus begrüßte Kirchenvorstandsvorsitzender Siegfried Scholl viele Gratulanten aus Kirchen und Kommunen. Neben guten Wünschen für Scheerer im Namen der Verbandsgemeinde vom Beigeordneten Gerhard Stötzer, dankte auch Niederbachheims Ortsbürgermeister Dieter Zils im Namen der vier Gemeinden dem Geistlichen für das gute Miteinander bei Dorffesten und Sportveranstaltungen sowie für die „optimal geglückte Renovierung der Kirche, die ein echtes Schmuckstück unserer Gemeinde geworden ist“. Segenswünsche kamen auch vom katholischen Gemeindereferenten Gernot Casper und dem Vorsitzenden des evangelischen Kirchenchores Winterwerb, Kurt Ludwig.

thumb_1abschiedchorDie ehemalige Nachbarpfarrerin Evelyn Clotz aus Dachsenhausen erinnerte daran, wie sie mit Scheerer in den vergangenen zwei Jahren die Gemeinden auf die gemeinsame Zukunft vorbereitet habe und sprach der Kirchengemeinde Mut für die bevorstehende Veränderung zu. Astridt Westphal heißt die Nachfolgerin von Clotz und Scheerer, die die beiden Kirchengemeinden künftig von Dachsenhausen aus pfarramtlich betreut. Die Abschiedsfeier für Scheerer war gleichzeitig Anlass für eine Premiere.

Unter Leitung Dieter Breidens sangen die drei gemischten Chöre aus Oberbachheim, Niederbachheim und Kehlbach erstmals gemeinsam auf der Bühne und sorgten für einen eindrucksvollen musikalischen Abschiedsgruß. Scheerer selbst dankte sichtlich bewegt allen, die ihn in den vergangenen fast 25 Jahren begleiteten und unterstützten sowie allen Besuchern und Helfern, die seine Abschieds- und Geburtstagsfeier so unvergesslich gestalteten. (bcm)

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