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BAD EMS. (28.November 2010) Stimmungsvoller Auftakt für den diesjährigen lebendigen Adventskalender in Bad Ems: Mehr als 100 Besucher kamen bei trockenen Minustemperaturen in die Mercurstraße, um beim „Pyramidenanschub“ dabei zu sein. Der evangelische Gemeindepfarrer Achim Weber begrüßte die Schar erwartungsfroher Menschen in der zu eng gewordenen Straße.
Erstmals beteiligte sich auch die katholische Kirchengemeinde an der Aktion und so konnte auch Pater Peter Egenolf
die Gäste begrüßen. „Eine Tür geht auf“ stimmten Alt und Jung, evangelische und katholische Christen auf der Straße an. Begleitet wurden sie von Heinz Linkenbach, Heinrich Radermacher und Horst Zimmerschied, die unter dem Schein des Herrnhuter Sterns, Sinnbild des Advents mit seinen charakteristischen Zacken, den Gesang mit ihren Gitarren begleiteten.
Der Bad Emser Altbürgermeister Ottmar Canz bediente die Knöpfe, um das von Hans-Adolf Balthes gebaute Weihnachtsschmuckstück zu beleuchten und in Bewegung zu setzen. Die großen Gäste begleiteten den Vorgang mit Gesang und die kleinen mit großen Augen. Viele hätten ja gerne gleich Weihnachten, meinte Canz, „wir Christen feiern Advent, weil wir noch warten können“.
Verbunden ist die diesjährige Adventskalender-Aktion mit einer Spendenaktion für Kinder, die regelmäßig die Dienste der Tafel des Diakonischen Werkes in Anspruch nehmen müssen. Sie haben ganz konkrete Wünsche geäußert, die an einem Wunschbaum hängen, der die "Offenen Türen" begleitet. Die Besucher können sich einen Stern aussuchen, um den darauf stehenden Wunsch zu erfüllen. Am dritten Advent, zum Ende des Kalenders, werden die Wünsche dann während eines Gottesdienstes in der Kaiser-Wilhelm-Kirche um 11.15 Uhr an Mitarbeiter der Tafel überreicht.
Der Herrnhuter Stern wird auch die nächsten Termine des lebendigen Adventskalenders begleiten, der in Bad Ems und
Nievern noch viel interessante Türen öffnen wird. Benannt ist der Stern nach der Herrnhuter Brüdergemeine mit ihren Stammsitz in der Oberlausitz. Nachfahren der Evangelischen Brüderunität Mähren gründeten sie am 17. Juni 1722. Während viele Eltern als Missionare in der Welt unterwegs waren, bastelten die Kinder in Internaten die ersten Herrnhuter Sterne.
Im Jahr 1821 wurde in der Unitäts-Knabenanstalt in Niesky ein Fest zum 50. Jahrestag der Anstalt gefeiert. Dabei soll im Hof ein beleuchteter Stern mit 110 Zacken geleuchtet haben. Die Jubiläumsfeier fand zum Dreikönigsfest am 6. Januar statt. Während andere Kirchen Weihnachtskrippen zeigten, passte der Stern von Bethlehem in die weißen Säle der Brüdergemeine. Später wurde der Stern unter anderem auch in dem Internat der Herrnhuter Unität in Neuwied gebastelt und zum ersten Advent aufgehängt.
Die nächsten Termine des Adventskalenders finden Sie im Veranstaltungskalender oder auf einen Blick auch hier.
Bernd-Christoph Matern
