NASTÄTTEN. (11.Dezember) Wer hatte eigentlich die Idee, Kindergärten zu gründen? Eine Frage, die jetzt an der zehnten Tür des ersten lebendigen Adventskalenders in Nastätten beantwortet wurde. An dem öffneten sich nämlich die Türen der evangelischen Kindertagesstätte „Pusteblume“. Die Leiterin der Einrichtung, Barbara Biener erinnerte dabei an Friedrich Fröbel, dessen Leben und Wirken. Im Jahr 1840 gründete er in Thüringen den ersten deutschen Kindergarten.
Fröbel selbst war bis zu seinem zehnten Lebensjahr ein ziemlicher Eigenbrödler, bevor er als 21-Jähriger den Pädagogen Pestalozzi in Frankfurt kennen lernte. Im Alter von 34 Jahren gründete er seine erste Erziehungsanstalt und schrieb
Lehrbücher. „Der Ursprung alles Seins und der Ursprung der Erziehung liegen in Gott“, war seine Überzeugung. Die Kinder zu lieben, zu beschützen und beispielgebend zu begleiten sei die Aufgabe der Erzieher, erfuhren die vielen Kalenderbesucher in der evangelischen Einrichtung.
Eine ganz praktische Erfindung Fröbels zeigte die Leiterin ebenso, nämlich einen aus Holzklötzen von den Kindern gebauten großen Turm – eins von vielen von Fröbel entwickelten Spiel- und Lernmaterialien. Die Kinder erzählten, was ihnen in der Nastättener Einrichtung am meisten Spaß macht. Basteln, Malen und vor allem das Spiel mit Bausteinen waren da die Favoriten. Und dass Singen ebenfalls zu einer
Lieblingsbeschäftigung im Tagesablauf zählt, demonstrierten sie bei Liedern, die Dekanatskantor Markus Ziegler am Klavier begleitete. Für die Adventskalenderbesucher hatten die Kinder leckere Plätzchen in Sternform und mit dem Schriftzug der Kita gebacken. Eine andere typische Erfindung Fröbels bekamen alle Gäste mit auf den Heimweg: den Fröbel-Stern, der aus einer komplizierten Falttechnik entsteht.
Sybille Klamp erinnerte an die Gutschein-Aktion für bedürftige Kinder, damit sich nicht nur Türen sondern auch hilfsbereite Herzen durch den Adventskalender öffnen lassen. Die Spendenidee fand bislang ein gutes Echo, nicht nur bei großen Kalenderbesuchern. Die elfjährige Noëlle aus Nastätten und ihr neunjähriger Bruder Nils etwa überlegten mit ihrer Mutter wie auch sie das Geld für einen Gutschein auftreiben könnten, denn schließlich gehe es ihnen sehr gut. Mit einem Arbeitseinsatz in einem Hotel und einem Kindergarten verdienten sich die Beiden zehn Euro, die restlichen fünf legte Mama drauf, um die Gutscheine im Buch- und Spielwarenladen Gasteyer einzulösen. Dieser stockt den Gutschein noch einmal um fünf Euro auf, so dass die Mitarbeiter der Nastätter Tafel den Familien, denen es nicht so gut geht wie Noëlle und Nils dann einen 20-Euro-Gutschein für Spielsachen, Bücher oder Bastelmaterial aushändigen können.
Matthias Metzmacher, Pfarrer für gesellschaftliche Verantwortung, und Pfarrerin Ellen Breidert dankten der Einrichtung für die interessante und besinnliche halbe Stunde, die hinter der Tür des Adventskalenders zum Vorschein kam, und die Gemeindepfarrerin schickte die kleinen und großen Besucher mit einem Segenswort auf den Heimweg.
