Brot f?r die Welt: Helfen, wo Hilfe bitter n?tig ist

thumb_1weihnachtslicht-co_mm-thumb_1brotfuerdieweltdenarmenRHEIN-LAHN. (24. Dezember) Während wir heute unsere großen oder kleinen Geschenke auspacken, uns darüber freuen oder ärgern und die Haare raufen, sterben auf dieser Welt Menschen, weil sie nicht genügend zu essen und zu trinken haben, weil sie nicht wie wir das Glück haben, zu den fünf Prozent Weltbevölkerung zu gehören, die ein Dach über dem Kopf haben geschweige denn Wasseranschluss oder Strom. Sie verhungern oder verdursten, statistisch gesehen ein Mensch in jeder Sekunde. „Es ist genug für alle da“ lautet das Motto der 51. Hilfsaktion „Brot für die Welt“, für die auch die Kollekten am heutigen Heilig Abend in den evangelischen Kirchengemeinden an Rhein und Lahn bestimmt sind.

Mit mehr als 1000 Projekten in Afrika, Asien und Lateinamerika gibt „Brot für die Welt“ Hilfe zur Selbsthilfe und ermöglicht dadurch, dass Menschen, statt in bitterer Armut zu leben, ein Leben in Würde führen können. So verhilft die Aktion beispielsweise ehemaligen Kindersoldaten und Opfern von Krieg zu einer schulischen und beruflichen Bildung und sich aus dem Netz von Hunger und Armut zu befreien.

Darüber hinaus unterstützt sie Integrations- und Versöhnungsprojekte in Ländern wie Sierra Leone oder Ruanda, ohne die wahrer Frieden schwer möglich ist. Ein Beispiel: Mit 20 Euro kann man in Kolumbien etwa Hefte und Stifte für 20 Schüler kaufen.

"Es ist eine Tatsache, dass genug für alle da ist“, sagte die Direktorin von „Brot für die Welt“, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, zur Eröffnung der Aktion in der Sankt-Lukas-Kirche in München. „Doch es reicht nur, wenn wir gerecht teilen und auf die Zugangschancen für alle achten.“ Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer dankte „Brot für die Welt“ für den Kampf gegen die Ungerechtigkeit auf dieser Welt. Füllkrug-Weitzel mahnte in ihrem Aufruf zur 51. Aktion ein neues Denken an. „Wie wir wirtschaften, wie wir leben – das hat keine Zukunft“, sagte sie.

Die Zahl der Hungernden auf der Welt wachse ständig, natürliche Ressourcen würden schrankenlos ausgebeutet, der Planet vom Klimawandel gebeutelt. „Unser Planet und die Armen weltweit können unseren Egoismus, unsere Habsucht und Gier nach mehr nicht tragen“, betonte Füllkrug-Weitzel. „Wir brauchen Rücksicht und Schutz für die Schwachen. Wir brauchen Respekt vor den Rechten und der Würde aller Menschen!“ In diesen Zeiten der Wirtschaftskrise erhalte sie Notrufe aus aller Welt: „Hören Sie diese Rufe! Wie gut geht es uns da noch im Vergleich“.

Die Menschen in den Industrienationen müssten deshalb dankbar sein und geben, was möglich sei. Angesichts der bedrückenden Zahlen über die Hungernden seien Christen aufgerufen, „Freudenboten“ zu sein, „Boten des Lichts und der Liebe des Kindes, das im Dunkel der Nacht geboren wurde als ein Licht“, betonte der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich. Auch wenn durch die Spendenaktion nicht allen Menschen geholfen werden könne, so doch jedem einzelnen Menschen, der durch „Brot für die Welt“ wieder Licht sehen könne.

In einem Grußwort gratulierte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer „Brot für die Welt“: „Wir dürfen es nicht zulassen, dass die Schere zwischen Reich und Arm in der Welt täglich weiter aufgeht. Wir dürfen nicht zuschauen, wie die Zahl der Hungernden steigt, während in den Wohlstandsnationen massive Überproduktion herrscht.“ Seehofer dankte der Aktion „Brot für die Welt“ dafür, dass sie unverdrossen gegen die Ungerechtigkeit auf der Welt kämpft und mit ihren wichtigen Projekten Menschen und gerade Kindern hilft, denen es oft am Nötigsten fehlt.

Im folgenden ein Aufruf zur Teilnahme an der Aktion, der unter anderen von Bischof Wolfgang Huber unterzeichnet ist:

"Ja, es ist Zeit für neues Denken! Die alten Konzepte unseres Wirtschaftens und Konsumierens haben den Hunger nicht aus der Welt geschafft. Die Zahl der Hungernden ist gewachsen, und auch die Zukunftsfähigkeit der wohlhabenden Nationen steht in Frage. Überausbeutung der natürlichen Ressourcen, Nahrungsmittelknappheit, Finanz- und Wirtschaftskrise und Klimawandel: Es ist offensichtlich, dass es unserer bisherigen Art zu wirtschaften an Nachhaltigkeit fehlt. Unser Planet und die Armen weltweit können unseren Egoismus, unsere Habsucht und Gier nach Mehr nicht tragen! Wir brauchen mehr Achtsamkeit für die Umwelt. Wir brauchen Rücksicht und Schutz für die Schwachen.

Wir brauchen Respekt vor den Rechten und der Würde aller Menschen. Jeder von uns und wir alle brauchen ein neues Denken. Gerade deshalb bleibt zugleich richtig, was unsere Kirchen vor fünfzig Jahren zur Gründung von „Brot für die Welt“ motiviert hat: Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit für Menschen, die viel ärmer dran sind als wir. Auch und gerade in der Wirtschaftskrise. Bischof Zephania Kameeta aus Namibia bringt auf den Punkt, worum es heute wie damals geht: „Wir wollen eine Atmosphäre des Teilens schaffen, eine Gesellschaft, in der die Menschen auch an die anderen denken und nicht nur daran, wie sie ihre eigene Tasche füllen können. Es heißt schließlich ‚Unser tägliches Brot gib uns heute’ und nicht ‚Gib mir mein Brot’!“ Solche Grundwerte unseres christlichen Glaubens sind moderner denn je. Sie ermöglichen eine lebenswerte Zukunft für alle.

Dankbarkeit für das, was wir empfangen, verbindet sich mit der Bereitschaft zu geben, was uns möglich ist. Dann kann alle Welt sehen, dass wahr ist, was Gott verspricht: „Es ist genug für alle da“. Wir stellen auch die 51. Aktion „Brot für die Welt“ unter dieses hoffnungsvolle Motto. Das entspricht nicht nur unserer Überzeugung, sondern auch unserer Erfahrung: In Indien müssen die 3.500 Bewohner von Hombegowda nicht mehr fürchten, von einem Tag zum anderen vertrieben zu werden. Der Boden, auf dem ihre Häuser stehen, gehört jetzt ihnen. Im Süden Mexikos unterstützen wir Bauernfamilien, die vor der Dürre auf dem Land in die Stadt geflohen waren, im Kampf gegen die zerstörerischen Folgen des Klimawandels: Bäume werden gepflanzt, Felder wieder urbar gemacht und auf neue Weise bestellt. Die Bauern kehren zurück.

In Äthiopiens Süden hat das Volk der Konso mit neuen Bewässerungsgräben nun zwei Ernten im Jahr – doppelter Ertrag. Davon können sie Ziegen kaufen, ihre Hütten ausbessern und Dürreperioden überbrücken. Im Kongo helfen wir den Pygmäen, ihren Regenwald als Nahrungsquelle und grüne Apotheke zu erhalten und vor Holzeinschlag zu bewahren.

„Es ist genug für alle da“ – das ist eine Tatsache. Doch es reicht nur, wenn wir gerecht teilen und auf die Zugangschancen für alle achten. Dafür setzen wir uns ein – in über 1.000 Projekten auch im kommenden Jahr. Unterstützen Sie uns dabei, damit auch im 51. Jahr von Brot für die Welt Hunderttausende satt werden!

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