Dekanat bietet Orientierung zur Lebensbew?ltigung

thumb_1synode1HIRSCHBERG/RHEIN-LAHN. Über aktuelle Entwicklungen im evangelischen Dekanat Diez berichtete Dekan Hans-Otto Rether den Synodalen in ihrer Herbsttagung am Wochenende in Hirschberg. Inhaberschaft der Pfarrstellen, Grundfragen des Gemeindelebens, Fortbildung, Jugendarbeit und aktuelle religiöse Fragen thematisierte Rether in seinem Jahresbericht.

So habe die Landessynode vor einiger Zeit beschlossen, die Inhaberschaft von Pfarrstellen auf zehn Jahre zu begrenzen. Stichtag sei der 1. März 2009. Eine Verlängerung der Inhaberschaft müsse von den Kirchenvorständen beantragt werden. Bis Herbst 2008 müssten entsprechende Beschlüsse gefasst sein. „Dieses Thema wird uns also im nächsten Jahr noch beschäftigen“, so Rether.

Der Dekan berichtete auch über eine Reform der „Lebensordnung“. In ihr werden Grundfragen des Gemeindelebens geordnet. Darin geht es unter anderem um Regelungen für Gottesdienst, Abendmahl, Taufe, Konfirmation, Trauung, Beerdigung oder die Mitgliedschaft in der evangelischen Kirche. „Die Lebensordnung will kein unabänderliches Gesetz sein, sondern Kriterien bereitstellen, nach denen die in der Gemeindepraxis auftretenden Fragen behandelt und gelöst werden können.“ Mit der Überarbeitung, zu der bis 15. Dezember Stellungnahmen abgegeben werden können, wolle die Kirche der jeweiligen Situation und Zeit gerecht werden. Der Dekan regte an, in den Gemeinden darüber zu diskutieren, in welchen dieser Themenfelder Probleme bestehen. Selbst wenn eine fristgerechte Stellungnahme nicht mehr möglich sei, erhoffe er sich davon einen Gewinn für die Gemeinden.

Gegenwartsfragen wie die Zunahme anonymer Bestattungen sowie die öffentliche Diskussion über den Bau von Moscheen seien ebenfalls im Dekanat aufgegriffen worden. „Wenn wir für die Religionsfreiheit in unserem Land eintreten, dann muss es erlaubt sein, dass Andersgläubige eigene Gebetshäuser errichten. Oder aber wir geben selbst die viel gerühmte Freiheit auf“, so der Dekan. Eine andere Frage sei, wie hoch die Minarette sein müssen, weil damit ein Geltungsanspruch verbunden sei. Toleranz gehöre zur nassauischen Tradition. Das setze allerdings voraus, sich des eigenen Standpunktes gewiss zu sein. Rether: „Wenn wir wissen, warum die Kirche im Dorf bleiben soll, und wenn wir uns freuen, im Schatten des Kirchturms zu wohnen und seine Glocken zu hören, brauchen wir Minarette nicht zu fürchten.“

Zum Jahresbericht zählte auch ein Blick auf die flächendeckende Entwicklung in der Jugendarbeit, die Zukunft des Konfirmanden-Unterrichtes, der aufgrund des zunehmenden Ganztagsunterrichtes an den Schulen neu überdacht werden müsse, sowie auf Fortbildungen für die Besuchsdienst-Mitarbeiter und die Pfarrer zum Thema lebensnahe Predigten. Das Dekanat wolle auch künftig den Menschen in der Region Orientierung zur Lebensbewältigung aus dem christlichen Glauben heraus vermitteln, so Rether.

Der Leiter der Regionalverwaltung Rhein-Lahn-Westerwald, Manfred Köhn, stellte den Synodalen anschließend die Jahresrechnungen 2006 des Dekanates und der kirchlichen Sozialstation vor, die einstimmig abgenommen wurden. Besonders bemerkenswert sei dabei, dass es der Sozialstation gelungen ist, allein durch die Betriebsein- und ausgaben fast eine „schwarze Null“ zu schreiben, ohne die eine Sozialstation auf Dauer nach betriebswirtschaftlichen Kriterien nicht existieren könne. (bcm)

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