EKHN-Aktion wirbt im Rhein-Lahn-Kreis um Bedeutung der Familien

thumb_1jedefamiliempulspost-logoRHEIN-LAHN/DARMSTADT. (15. April 2016) Unter dem Motto „Jede Familie ist anders“ macht die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) in diesem Frühjahr auf die vielfältigen Möglichkeiten des Zusammenlebens aufmerksam. Auch im Rhein-Lahn-Kreis weisen bunte Plakate, Banner und Fahnen auf die besondere Bedeutung der Familie hin und rufen zum Nachdenken über ihre vielen Formen auf. In einem leuchtend roten Brief wendet sich Kirchenpräsident Volker Jung auch an die Haushalte im evangelischen Dekanat Nassauer Land.

thumb_1a-familiemiehlen0416_becrima-Jung schreibt darin: „Jeder Mensch hat eine Familie. Und jede Familie fühlt sich anders an – sie ist groß, klein, traditionell, modern, zerstritten, harmonisch, kaputt oder heil – vielleicht sogar vieles davon gleichzeitig“. Jung betont in seinem Schreiben, dass für die evangelische Kirche nicht die Form des Zusammenlebens wichtig sei, sondern, „dass sich Menschen, aufmerksam über Generationen und Verwandtschaftsgrade hinweg, in ihrer Familie umeinander kümmern“. Jeder Mensch brauche „eine verlässliche Gemeinschaft, die ihn in guten und in schlechten Tagen trägt und fördert“.

Der Kirchenpräsident erinnert aber auch an die Schattenseiten des Zusammenseins, denn nicht immer gelinge ein harmonisches Familienleben. Menschen seien deshalb in besonderer Weise auf Gottes Kraft und seinen Segen angewiesen. Die familiäre Vielgestaltigkeit in den Blick zu nehmen, ihre Möglichkeiten zu entdecken, und nicht das Eine gegen das Andere auszuspielen, ist ein wesentliches Ziel der Aktion. Unterstützt wird sie von über 400 Gemeinden vor Ort, die im gesamten Kirchengebiet mit Bannern an Kirchtürmen oder meterhohen Fahnen in den kommenden Wochen auf das Familienthema aufmerksam machen.

Darüber hinaus bietet ein umfangreiches Internetangebot Informationen. Die Website finden Sie hier .

Speziell für die Aktion entstand auch ein Animationsfilm, der die Buntheit der modernen Familienbande zeigt. Die kleine Ella stellt in ihm Menschen von ihrer Halbschwester bis zu ihrem Onkel samt Lebensgefährten vor, von dem Opa wiederum nicht überzeugt ist. Ellas Fazit in Familienfragen: „Das ist schon ziemlich kompliziert – aber allein ist auch doof“. Sie bringt damit eine der evangelischen Grundüberzeugungen zum Ausdruck, dass eine verlässliche Gemeinschaft im Leben hilft und es nicht gut ist, „dass der Mensch allein sei“, wie es die Bibel im ersten Buch Mose ausdrückt.

Die neue Aktion der hessen-nassauischen Kirche spielt bewusst im Frühjahr, der Hauptsaison von Trauungen oder Konfirmationen, auf das Thema Ehe und Familie an. Beides ist oft mit starken Emotionen verbunden und sehr vielschichtig. Dabei gilt in der evangelischen Kirche: Menschen sind auf ein Gegenüber angewiesen. Ehe und Familien sind gute Gaben Gottes. Aber auch andere Lebensformen sind denkbar und akzeptiert wie beispielsweise gleichgeschlechtliche Partnerschaften.

Nach wie vor bleibt die Familie das entscheidende persönliche Netzwerk, in dem die meisten Menschen bis heute leben. Singles oder Alleinstehende haben Eltern und Geschwister. Die Familie prägt Menschen und die Menschen prägen die Familie. Dabei gibt es Familie heute in vielen Formen. Selbstverständlich und in großer Mehrheit als Zusammenleben von Mutter, Vater und Kind oder Kindern. Aber es gibt auch das gleichgeschlechtliche Paar, das zusammen mit Kindern lebt oder das kinderlose Ehepaar, das Angehörige pflegt.

Durch das kürzlich veröffentlichte Schreiben von Papst Franziskus zum Thema Liebe und Familie hat das Thema, an dem die hessen-nassauische Kirche seit über drei Jahren intensiv arbeitet, zudem eine überraschend aktuelle ökumenische Dimension erhalten.

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