HOLZHAUSEN/RHEIN-LAHN. (18. Dezember 2015) Das Energiemanagement-Unternehmen Eaton in Holzhausen war jetzt Ziel der Pfarrerschaft des evangelischen Dekanats St. Goarshausen. Matthias Metzmacher, Pfarrer für gesellschaftliche Verantwortung der evangelischen Kirche Rhein-Lahn, hatte das Treffen initiiert, mit dem die Theologen interessante Einblicke in Produktionsabläufe des heimischen Industriekonzerns gewannen sowie auf die Arbeitsplätze vieler Menschen, die in den Kirchengemeinden des Dekanats leben.
515 Mitarbeiter produzieren an den Standorten Dausenau und Holzhausen in dem 2007 zum Kompetenzzentrum Bäderstraße zusammengelegten Unternehmen Leistungsschalter. Diese finden sowohl in Industrieanlagen als auch Gebäuden zum Schalten und Schützen elektrischer Energie Verwendung. Außerdem werden dort Befehls- und Steuergeräte gefertigt, die etwa in Schaltpulten zur Steuerung und Überwachung industrieller Maschinen und Anlagen zum Einsatz kommen, wie Klaus Jacobi der Pfarrerschaft während eines Rundgangs durch die einzelnen Produktionsbereiche des Unternehmen erläuterte.
Immer wieder trafen Pfarrerinnen und Pfarrer auch auf bekannte Gesichter aus ihren Gemeinden, die sich über das Interesse ihrer Seelsorger an ihrem Arbeitsplatz freuten. Die Ausbildungssituation, die Mitarbeiterzufriedenheit, Nachhaltigkeit und das soziale Engagement der weltweit agierenden Firma waren unter anderem Themen der Begegnung. So arbeitet Eaton etwa auch mit der Stiftung Scheuern zusammen und setzt Inklusion in der Arbeitswelt bereits seit vielen Jahren um.
Matthias Metzmacher und Dekan Mathias Moos erinnerten daran, dass dies nicht der erste Austausch mit dem Unternehmen war, rief etwa einen Gottesdienst zum 1. Mai mit dem Betriebsrat in Erinnerung und nicht zuletzt die breite Unterstützung von Gesellschaft und Kirche in den bewegten und kritischen wirtschaftlichen Zeiten, bevor Eaton den Konzern übernahm. „Wir sind sehr froh, dass mit dem Kompetenzzentrum an der Bäderstraße die Standorte Holzhausen und Dausenau und damit die Arbeitsplätze für mehr als 500 Beschäftigte im Rhein-Lahn-Kreis gesichert wurden“, so Metzmacher.
Es sei auch für die Wirtschaft sinnvoll, wenn in einem Unternehmen neben der Gewinnorientierung auch Nachhaltigkeit und Mitarbeiterorientierung die Zielperspektiven bestimmten. „Eine zunehmende Leistungsverdichtung, die wir auch im kirchlichen Bereich vielerorts erleben, wo immer mehr komplexere und anspruchsvolle Tätigkeiten von immer weniger Beschäftigten in immer kürzerer Zeit geleistet werden müssen, führt unweigerlich zu einer höheren Belastung des Einzelnen und oftmals auch zu einer Erhöhung des Krankenstandes“, so der Theologe. Aus christlicher Überzeugung müsse immer das Wohl der Menschen und nicht die Ökonomisierung aller Lebensbereiche „Ziel unseres gesamtgesellschaftlichen Handelns sein“. Den Gastgebern dankten Moos und Metzmacher für die interessanten Einblicke in ein modernes global agierendes Unternehmen. Bernd-Christoph Matern
