In Nassau Kleiderlager für Bedürftige eröffnet

thumb_1a-fhnkk041115-detail_becrima-NASSAU/RHEIN-LAHN. (6. November 2015) Schon zur Eröffnung war es prall gefüllt und wurde immer noch fleißig beliefert: das neue Kleiderlager in der Emser Straße in Nassau. „Der Input ist noch wesentlich größer als der Output“, sagte Martina Kissel-Staude von der ökumenischen Flüchtlingsinitiative Nassau, die mit überwältigendem ehrenamtlichem Engagement die neue Kleiderkammer organisiert, die nicht nur für Flüchtlinge, sondern für alle Bedürftigen geöffnet ist, wie Kissel-Staude betonte.

Die Bilder von immer mehr Flüchtlingen prägten die Schlagzeilen, erklärte Kissel-Staude. „Aber auch die Hilfsbereitschaft wird immer größer“, so die Nassauerin, „das finde ich toll!“ Dabei erschöpfe sich die Helferschar längst nicht mehr nur auf Mitglieder der katholischen und evangelischen Nassauer Kirchengemeinden, die die Initiative ins Leben gerufen haben; Konfessionen und Religionszugehörigkeit spielten keine Rolle beim Helfen.

Und das Engagement beschränke sich nicht nur auf den Kleiderbereich. Die bereits jetzt, wo der Winter noch gar nicht begonnen hat, warm gekleideten Flüchtlinge aus dem Irak, Eritrea und Afghanistan, die zur Eröffnung kamen, machten deutlich, welche Temperaturumstellung die Flucht nach Europa für sie bedeute. Dabei gehe es nicht nur um Kleider, auch der Umgang mit Heizung und Lüftung müsse den Menschen vermittelt werden, die Winter dieser Art nicht kennen, so Kissel-Staude.

Sie dankte allen fleißigen Helfern, die die Eröffnung ermöglichten und hob Uschi Thorn und Olaf von der Heydt hervor, die in stundenlanger Arbeit die Kleidung sortiert und das Lager einrichteten. Zur Eröffnung wurde mit den vom Rewe-Markt gestifteten Getränken angestoßen.

thumb_1a-fhnkk041115-alle_becrima-Bürgermeister Udo Rau erinnerte daran, dass hinter den Massen an Flüchtlingen Menschen und Einzelschicksale stehen. Die Situation könne nicht mit konventionell administrativen Abläufen gemeistert werden „Da muss improvisiert werden“, so der Verwaltungschef. Bestes Beispiel sei dafür das innerhalb einer Woche eingerichtete Kleiderlager. Dabei dankte Rau auch dem Besitzer der Immobilie, Ihsan Kiziltoprak, der keine Sekunde gezögert habe, den Raum zur Verfügung zu stellen und damit die Abrissarbeiten zum Bau einer barrierefreien Wohnanlage unterbrach. Auch Stadtbürgermeister Armin Wenzel hoffte, dass viele Menschen die Kleiderkammer nutzen werden.

Geöffnet ist das Kleiderlager mittwochs von 10 bis 12 Uhr und freitags von 16 bis 18 Uhr. Gebraucht werden vor allem kleine Größen (für Damen 36-38 und Herren von 46-50). Flüchtlinge und Mitglieder der Initiative helfen in den Öffnungszeiten des Lagers allen, die Kleidung benötigen.

Mehr Informationen zu Initiativen, die im Rhein-Lahn-Kreis Flüchtlingen helfen, finden Sie hier .

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