Kantorei beschenkt mit H?ndels Messias Geburtstagsg?ste

thumb_10-a-messiaspublikumthumb_10-a-messias09-10ST. GOARSHAUSEN. (15.Dezember) In der Regel sind es die Gäste, die bei einem Geburtstag die Geschenke mitbringen. Anders beim Adventskonzert der evangelischen Dekanatskantorei St. Goarshausen, die auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblicken kann. Mit Händels Oratorium „Messias“ bereitete der Geburtstagschor den Zuhörern in der katholischen Kirche in St. Goarshausen ein einmaliges Geschenk. Nicht nur das populäre „Halleluja“ des Werkes hallte auf dem Heimweg noch lange nach.

Vor 250 Jahren starb Georg Friedrich Händel. Sein „Messias“, den der Komponist in nur 24 Tagen im Jahr 1741 fertig stellte, berührt auch heute noch die Zuhörer, wie das Konzert der Kantorei mit der Kurpfalzphilharmonie und drei tollen Solisten unter Leitung von Dekanatskantor Markus Ziegler beweist.

thumb_10-a-messias09-9Neben dem bekannten Schlusschor des zweiten Oratorienteils, der nicht nur Freunden der Kirchenmusik immer wieder Freude bereitet, gefallen die Sängerinnen und Sänger in ihrem Geburtstagskonzert mit einer konzentrierten Leistung und schönem Gleichklang selbst in den flotten Koloraturen. Das Orchester sowie Elisabeth Maranca an der Truhenorgel schaffen dabei engagiert ein sicheres Gerüst für die abwechslungsreiche Partitur zwischen Adventsfreude, Leidensweg und Auferstehungsfreude.

Nur wenige Stunden vor der Aufführung sagte der indisponierte Tenor ab – das Weniger an Verschnaufpausen meistert der Chor sicher. Schon sein erster Einsatz thumb_10-messiassopranoffenbart das herrliche Klangvergnügen, das den mehr als 200 Besuchern in der Kirche geboten wird: „Denn die Herrlichkeit Gottes wird offenbaret“ heißt es dort; der Chor offenbart damit auch in höchsten Lagen seine Stärken im zehnten Jahr seines Bestehens, entfaltet prächtig seine klaren und reinen Stimmen. Mitreißend, wie die Wonne dabei besungen und nicht nur in „Zion, Jerusalem“ und „den Städten des Landes“, sondern auch im St. Goarshausen des 21. Jahrhunderts „verkündet“ wird.

Das Werk beschreibt in drei Teilen die Grundlagen christlicher Lehre, das Leben und die Bedeutung Jesu von der Geburt über dessen Tod bis hin zur Auferstehung. Basis sind alttestamentliche Verse des Jesaja sowie aus dem Lukasevangelium. Psalmen und Korintherbrief wurden von Händel vor allem im zweiten und dritten Teil vertont.

thumb_10-messias09soloDrei sehr gute Solisten haben den Weg in die Loreleystadt angetreten. Da ist Susanne Oehm-Henniger aus Bad Mergentheim, die dem Altpart und dessen farbreichen Nuancen sicher Ausdruck verleiht. Mit schöner Leichtigkeit bei Jesajas Prophezeiungen über die Geburt des Gottessohnes, bewegend, wenn der Prophet 43 Kapitel später dessen Passion beschreibt. Erstaunlich, welch stimmliche Kontur Wolfgang Schneider aus Bayreuth seinem Bass abgewinnt und damit auch in der Schall-Arie der Trompete ein ebenbürtig klangvoller Wechselspieler ist, die Unsterblichkeit musikalisch zu charakterisieren.

Und da ist Sopranistin Elisabeth Sommermann. Die Berlinerin trägt das Strahlen nicht nur im Gesicht – ihr beseelter Gesang schickt es auch in die Herzen der Zuhörer. Im Bild vom Hirten, der seine Lämmer sanft in die Arme nimmt, umhüllt Sommermanns zart schimmernde Stimme die Gemüter der Zuhörer mit wärmendem Vertrauen. Die friedliche und frohe Botschaft, die da vom Himmel aus Engelszungen verkündet wird, trägt die Sopranistin gefühlvoll auf die Erde hinunter.

thumb_10-a-messias09applausEin Abend, der über das flott und triumphierend erschallende Halleluja hinaus Akteuren und Gästen in bester Erinnerung bleiben wird. Anhaltender Beifall von den stehenden Besuchern, auch für den musikalischen Leiter und Wegbereiter der musikalischen Entwicklung im Dekanat St. Goarshausen, Markus Ziegler.
Bernd-Christoph Matern

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