
Große und kleine Bühnen sowie 200 Pagodenzelte sorgen bis Sonntag in Bad Ems für Informationen und beste Unterhaltung beim 37. Rheinland-Pfalz-Tag. Die Bürgermeister von Stadt und Verbandsgemeinde, Oliver Krügel (links) und Uwe Bruchhäuser freuen sich, wenn es morgen endlich losgehen kann. Fotos: Bernd-Christoph Matern
800 Kräfte wuseln in Bad Ems für morgigen Start des 37. Rheinland-Pfalz-Tages
BAD EMS/RHEIN-LAHN. (15. Juni 2023). Kaum noch wiederzuerkennen ist die Kurstadt Bad Ems. Zwischen Brunnenhalle und Hasenkümpeln sorgen seit Montag zirka 800 Menschen dafür, dass sich die Kurstadt in eine einzige riesige Festmeile verwandelt, wo Ministerpräsidentin Malu Dreyer morgen den 37. Rheinland-Pfalz-Tag eröffnen wird. Immerhin erwartet die rund 10.000 Einwohner zählende Kommune ein fast 15-Faches an Gästen in den kommenden drei Tagen.
Welch einzigartige logistische Herausforderung hinter dem Fest steckt, erklärt Christoph Häusl von der Mainzer Staatskanzlei, die gestern zu einem Rundgang über das Veranstaltungsgelände eingeladen hatte. Der reichte vom Hasenkümpel, wo Radio RPR1 und BigFm für tolle Konzerte mit bis zu 5000 Fans vor dem Bühnentruck sorgen, bis hin zum Kurgebäude. Vor der Spielbank mit bis zu 750 Zuschauerinnen und Zuschauern haben Stadt und Verbandsgemeinde ihre kommunale Bühne errichtet und warten mit einem eigenen Programm auf. Dort wird unter anderem der ökumenische Gottesdienst am Samstag um 10 Uhr mit Bischof Georg Bätzing und Kirchenpräsident Volker Jung gefeiert. Rockiges gibt’s auf der Wipsch, coole Songs auf der BEN-Kurier-Bühne an der Realschule. Vor der katholischen Martinskirche befindet sich die Landesbühne. Mitten im Kurpark steht die größte Bühne, die des Südwestrundfunks, der am Freitagabend ab 20.15 live vom Landesfest berichtet. Unter anderem wird darin auch der international rennomierte Street-Art-Künstler Edgar Müller aus Bad Ems sein Projekt vorstellen, dass er für die evangelische und katholische Kirche in der Gartenstraße zeigt. Hier gibt’s dazu mehr Infos.

Offizielle Eröffnung des Rheinland-Pfalz-Tages 2005 nach einem Festgottesdienst in der Martinskirche mit (von links): Kirchenpräsident Peter Steinacker, Stadtbürgermeister Ottmar Canz, Ministerpräsident Kurt Beck und Bischof Franz Kamphaus. Foto: B.-Chr. Matern
Hunderte weiße Pagoden-Zelte wurden seit Montag entlang der Festmeile in Römerstraße und Viktoriaallee aufgebaut. Dort zeigen die Aussteller nach acht Themenfeldern geordnet unter anderem, wie einsatzbereit, hilfsbereit, sozial, solidarisch und sicher das Land aufgestellt ist. Apropos sicher: An mehreren Standorten ragen Metall-Türme in die Höhe, um Durchsagen – nicht nur im Notfall – machen zu können. Uwe Bruchhuser, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau erinnert an die Sicherheitsauflagen von 2005 als Bad Ems scho einmal Austragungsort des Rheinland-Pfalz-Tages war. Ganze 20 Seiten habe das Sicherheitskonzept damals umfasst, in diesem Jahr seien es fast 300. Und weil es in dieser schnelllebigen Zeit manchmal in Vergessenheit gerät: Hier ein Foto, das an längst verstorbene Protagonisten des damaligen Rheinland-Pfalz-Tages erinnern, für Stadt und Fest aber unvergessen sind wie der ehamlige Stadtbürgermeister Ottmar Canz. Mit auf dem Foto (von rechts): Bischof Franz Kamphaus, MInisterpräsident Kurt Beck und Kirchenpräsident Peter Steinacker.
Essen auf Rädern muss rollen
In den vergangenen 14 Monaten ist Häusl halbwegs zu einem Emser mutiert, denn solch ein Riesenfest verlangt ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept. Er und auch Stadtbürgermeister Oliver Krügel wissen, welche Zumutungen das auch für die Anlieger bedeutet, die nicht mehr vor der Tür parken können und auch sonst viele Einschränkungen hinnehmen müssen. „Aber man kann natuerlich nicht alles lahmlegen“, so der erfahrene Festorganisator. So habe er etwa mit der Diakonie gesprochen, damit die ihr Pflegeangebot weiter aufrecht erhalten kann. „Aufs Essen auf Raedern sind die Menschen beispielsweise ja auch angewiesen.“
Im Themenfeld soldarisch findet sich zwischen Therme und katholischer Martinskirche auch die Bühne der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), wo die Gäste des Landesfestes ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Programm zum Thema „Brücken bauen“ erwartet. Hier gibt’s dazu mehr Informationen.
Für Bad Ems ist es ein ganz besonderes Fest, denn die Great Spa-Stadt ist schon zum zweiten Mal nach 2005 Ausrichter. „Wir freuen uns, wenn es endlich losgeht!“, sagten Stadtbürgermeister Oliver Krügel und Bürgermeister Uwe Bruchhäuser unisono nach dem Rundgang.
Als ein „großartiges Gemeinschaftsprojekt, das den Zusammenhalt und die Gemeinschaft unseres Landes stärkt“, bezeichnet Ministerpräsidentin Malu Dreyer das Fest. „Danke an die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.“ Stars wie Sydney Youngblood, Juli, ClockClock, Leony oder Max Mutzke treten bei freiem Eintritt auf. „Ganz besonders herzlich darf ich Sie zum ,Treffpunkt Rheinland-Pfalz´ einladen. Beim Frühschoppen am Samstagmorgen haben Sie die Möglichkeit, alle Kabinettsmitglieder persönlich zu treffen“,so die Landeschefin. Ein Höhepunkt ist der Festzug am Sonntag mit 66 Zugnummern und rund 2200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, den das SWR-Fernsehen live überträgt. Bernd-Christoph Matern
Auch ein Redakteur von SAT1 nahm am Rundgang teil. Dessen Eindrücke finden Sie hier.
Zu den Fotos:
Große und kleine Bühnen sowie 200 Pagodenzelte sorgen bis Sonntag in Bad Ems für Informationen und beste Unterhaltung beim 37. Rheinland-Pfalz-Tag. Die Bürgermeister von Stadt und Verbandsgemeinde, Oliver Krügel und Uwe Bruchhäuser freuen sich, wenn es morgen endlich losgehen kann. Fotos: Matern



