DAUSENAU. Als familienfreundliche Gemeinde möchte Dausenau in den kommenden Jahren im demografischen Wettbewerb um Einwohner die Nase vorn haben. Deshalb gründeten Vertreter von Orts- und Kirchengemeinde, Schule, Kindergarten, Wirtschaft und Vereinen ein Lokales Bündnis für Familien, das 25. und gleichzeitig kleinste in ganz Rheinland-Pfalz. Genau ein Jahr, nachdem es die große Kur- und Nachbarstadt Bad Ems vorgemacht hatte, unterzeichneten jetzt auch zwei Dutzend Dausenauer ein Bündnis für Familien. Dem feierlichen Akt der Urkundenunterzeichnung war eine Zukunftswerkstatt voraus gegangen, in der etwa 20 Vertreter von Gemeinde, Kirche, Vereinen, Schule, Kindergarten, Betrieben und Einzelpersonen im evangelischen Gemeindehaus darüber nachdachten, wie die Gemeinde noch familienfreundlicher werden und das Miteinander der Generationen stärken kann.
Einer Kritikphase, in der die Anwesenden hohes Verkehrsaufkommen, aber auch den zunehmenden Schwund an gemeinschaftlichem Engagement bemängelten, folgte eine Fantasiephase. Große Gemälde zeigten, wie die Dausenauer ihre Gemeinde am liebsten sähen mit Umgehungsstraße, Spiel- und Bolzplätzen, einem Hochseilgarten und Begegnungsstätten und dem Miteinander von Alt und Jung. „Wenn sie das hinbekämen, würde ich morgen zu ihnen ziehen“, sagte Werkstatt-Moderator Jörg Rad, den die „Viva familia“-Service-Stelle Rheinland-Pfalz engagiert hatte. Damit es nicht bei Utopien bleibt, folgte am Mittag die Realisierungsphase. Eine lange Liste von Projekten wurde zusammengetragen, drei Maßnahmen herausgepickt und in drei Gruppen diskutiert. Damit es nicht beim Diskutieren bleibt, mussten die Fragen was, wer, wie, mit wem, wann und wo beantwortet werden. So sollen sich Vereine, Gruppen und Kreise zu einem Ring zusammenschließen, der das Gemeindeleben koordiniert. Zweitens ist ein Familienaktionstag unter dem Motto „Dausenau entdecken“ geplant und drittens soll ein Bachspielplatz angelegt werden, der schon im nächsten Sommer nutzbar ist. Die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt wurden am Nachmittag den Gästen der Vertragsunterzeichnung präsentiert, zu der Ortsbürgermeister Jürgen Linkenbach neben den örtlichen Vertretern auch hochrangige Politiker begrüßen konnte. Mit dem Gemeinderatsbeschluss für ein familienfreundliches Dausenau und die Schaffung des lokalen Bündnisses sei im März dieses Jahres der Startschuss für die Arbeit gefallen.
Jürgen Nickel erinnerte an die Ursprünge des Bündnisses, die in einem Arbeitskreis zur Neupositionierung des Kindergartens bereits 2005 lagen. „Das hat uns motiviert“, so Nickel. Dass die Gemeinde seit 1997 100 Einwohner verloren habe, sei bedrückend. Deshalb müsse dem offensiv begegnet werden. Matthias Metzmacher, zweiter führender Mitstreiter des Bündnisses, war es sowohl als Bürger Dausenaus als auch als Referent für gesellschaftliche Verantwortung der evangelischen Kirche ein besonderes Anliegen, sich für Gemeinschaftsgeist, die Verbesserung der Lebensbedingungen von Familien und das Miteinander der Generationen zu engagieren.
Staatssekretär Roger Lewentz unterstrich Besonderheit und Herausforderung des Bündnisses, das Dausenau jetzt mit Städten wie Koblenz, Mainz und Kaiserslautern verbinde. „Aber ich glaube gerade in unseren kleinen Kommunen, wo sich die Leute noch kennen, ist es wichtig, sich den Herausforderungen der Demografie zu stellen“, so der Politiker. Politik könne Rahmenbedingungen schaffen, „entscheidend ist, dass Familienfreundlichkeit von unten heraus wächst“, erklärte Landtagsabgeordneter David Langner. Positive Impulse des Bündnisses für die Verbandsgemeinde erhofft sich Verbandsgemeinde-Bürgermeister Josef Oster, als Schulträger der kleinsten Grundschule im Kreis sei sie am familienfreundlichen Dausenau beteiligt und unterstütze auch das Bündnis. (bcm)
