Nachhaltigkeit ist Friedenssicherung

thumb_1klima1RHEIN-LAHN. Ist der Mensch die Krone der Schöpfung oder könnten auch Dinosaurier glücklich auf ihr leben? Was ist den Menschen der Umweltschutz wert? Fragen, mit denen sich in dieser Woche die Besucher einer Ausstellung in Mainz beschäftigten. Der Referent für gesellschaftliche Verantwortung der evangelischen Kirche an Rhein und Lahn, Matthias Metzmacher, hatte zu einer Fahrt zur Ausstellung mit dem Titel „Nachaltigkeit ist Friedenssicherung – Umwelt zwischen Konflikt und Kooperation“ eingeladen.

Pfarrer Dr. Hubert Meisinger vom Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau in Mainz, wo die Ausstellung noch bis zum 14. September zu sehen ist, führte die Rhein-Lahn-Gruppe durch die Schau. Sie zeigt anhand der Themen Wasser, Klima, Land, Wälder und Bodenschätze, wie Umweltzerstörung und Ressourcenverknappung zu Konflikten und neuen sicherheitspolitischen Risiken führen kann und welchen Beitrag Umweltkooperation und nachhaltige Entwicklung zu Frieden und Stabilität leisten.

Dr. Brigitte Bertelmann vom Zentrum machte deutlich, welche Denkmuster das Verhalten der Menschen bestimmen, wenn es darum gehe, Energie zu sparen. Nicht die ökonomischen, sondern eher betriebswirtschaftliche Überlegungen spielten da eine Rolle. Auch stelle sich die Frage, inwieweit Investitionen in den Klimaschutz zum jetzigen Zeitpunkt ökonomisch sinnvoller seien als das, was an Kosten zu einem späteren Zeitpunkt auf die Gesellschaft zukommt, so Hubert Meisinger. Dass Investitionen in erneuerbare Energielieferanten für viele Familien zu teuer seien, wollte der stellvertretende Leiter des Zentrums, Dr. Thomas Posern, im Gespräch mit den Besuchern aus dem Rhein-Lahn-Kreis nicht gelten lassen. „Das ist eine Frage, was es mir wert ist.“

Auch die zunehmende Individualisierung trage nicht zu einem sparsameren Umgang mit Energie bei. Nachbarschaftshilfe habe etwa früher dafür gesorgt, dass nicht jeder jedes technische Gerät im Haushalt haben muss und es trotzdem jederzeit vom Nachbarn ausgeliehen bekommt. Recht nüchtern war die Feststellung von Hubert Meisinger, dass nach einer Klimakatastrophe die Erde sicher auch ohne Spezies Mensch fortbesteht, so wie sich nach der letzten Eiszeit die Dinosaurier nicht erhalten konnten. „Schon das Bild vom Menschen, der im Stammbaum ganz oben dargestellt wird, ist falsch, aber Bilder prägen eine Gesellschaft“, so Meisinger.

Der Abend endete mit einem Vortrag von Dr. Stefan Thomas, Forschungsgruppenleiter am Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie in Wuppertal, der deutlich machte, welche Herausforderung der Klimaschutz für Politik und Gesellschaft bedeutet. „Es braucht ein Umdenken in den Köpfen jedes Einzelnen“, erklärte Matthias Metzmacher nach dem Ausstellungsbesuch, der in den drei Dekanaten Diez, Nassau und St. Goarshausen den Kirchengemeinden Informationen über Kirche und Klimaschutz zukommen lässt.

Informationen: Matthias Metzmacher, Referent für gesellschaftliche Verantwortung, Telefon 06772/962364 oder E-Mail metzmacher@evkirche.de. Infos zur Ausstellung im Internet unter www.zgv.info.

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