Netz von Tafeln im Kreis wird geschlossen

thumb_1TafelDWNAERHEIN-LAHN/BAD EMS. Ab März nächsten Jahres will das Diakonische Werk Rhein-Lahn in Bad Ems die Türen für eine dritte „Tafel“ im Rhein-Lahn-Kreis öffnen. Dort können bedürftige Personen wie etwa Hartz-IV-Empfänger aus den Verbandsgemeinden Bad Ems und Nassau Lebensmittel für einen mehr symbolischen Beitrag von einem Euro erhalten. „Wir arbeiten zurzeit mit Hochdruck an der Umsetzung“, erklärt Ulrike Pommerenke, Leiterin des Diakonischen Werkes (DW) Rhein-Lahn.

Nach Diez, Nastätten und einer Ausgabestelle der Koblenzer Tafel in Lahnstein gibt es dann für alle Bedürftigen im Kreis die Möglichkeit, am Lebensmittelbudget zu sparen. Zusammen mit DW-Mitarbeiter Oliver Krebs sucht Pommerenke derzeit nach Freiwilligen, die wie in Diez und Nastätten für einen reibungslosen Ablauf der Ausgabe sorgen. Der Transport der Waren von den Lebensmittelgeschäften, das Sortieren, Verpacken und schließlich die Ausgabe an den Öffnungstagen werden ehrenamtlich organisiert. Ein Helfertreffen wird die künftigen Mitarbeiter über die Grundsätze der „Tafeln“ und die Arbeitsabläufe informieren.

thumb_1TafelkorbUnd nach einer geeigneten Ausgabe-Stelle in Bad Ems sucht Pommerenke noch, einem Ladenraum, der von der Größe passt, nicht allzu renovierungsbedürftig ist und keine zu hohe Miete erfordert. „Wir sind ja bei unserer Tafelarbeit ausschließlich auf Spenden angewiesen“, so Pommerenke. Froh ist sie deshalb, dass sowohl die Kommunen, die Verbandsgemeinden und Städte Bad Ems und Nassau, sowie die evangelischen Kirchengemeinden ihre Unterstützung zugesagt haben. Auch die Paulinenstiftung möchte wieder beim Aufbau der dritten DW-Tafel im Kreis helfen. „Die Unterhaltung eines geeigneten Transportfahrzeugs, Ladenmiete und -ausstattung verursachen laufende Kosten, die finanziert werden müssen“, so Pommerenke. „Da sind wir für jeden Euro an Unterstützung dankbar.“

An Lebensmitteldiscountern, die die Tafel mit nicht mehr verkäuflicher, aber trotzdem noch unbedenklich genießbarer Ware versorgen, mangelt es in Bad Ems und Nassau nicht. Pommerenke ist zuversichtlich, dass deren Bereitschaft, die Bad Emser Tafel zu beliefern, ebenso groß ist wie in Diez und Nastätten. Dort erhalten zurzeit etwa 330 Personen, davon fast 130 Kinder, einmal in der Woche einen Korb voller Lebensmittel. Jeder Erwachsene muss dafür einen Euro bezahlen. Rund 100 ehrenamtliche Helfer sorgen dort für die Ausgabe.

Am 8. November wird in Lahnstein eine Ausgabestelle der Koblenzer Tafel eröffnet, die Hartz-IV-Empfänger aus der Stadt Lahnstein und der Verbandsgemeinde Braubach versorgt. Mit dem Standort Bad Ems wäre dann ein flächendeckendes Netz an Tafeln über den Rhein-Lahn-Kreis gespannt.

Trotz dieser auf den ersten Blick erfreulich erscheinenden Spenden- und Hilfsbereitschaft für Bedürftige, dürfe die Ursache für die Einrichtung der Tafeln nicht vergessen werden, so Pommerenke. Die steigende Armut unter den privaten Haushalten mache auch vor dem Rhein-Lahn-Kreis nicht Halt. „Es gibt Menschen, die müssen in unserer Wohlstandsgesellschaft mitten im Rhein-Lahn-Kreis um ihr tägliches Brot kämpfen“, so die DW-Leiterin.

Die „Tafeln“ geben Nahrungsmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs, die etwa in Supermärkten nicht mehr zum Verkauf angeboten werden dürfen, die aber noch vollkommen unbedenklich zu genießen sind, an Menschen mit geringem Einkommen aus. Das Diakonische Werk überprüft die Bedürftigkeit und stellt entsprechende Berechtigungskarten aus für die Bezieher von Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Sozialhilfe sowie an Personen mit kleiner Rente oder geringen Einkünften. Familien werden dabei zuerst berücksichtigt. (bcm)

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