RHEIN-LAHN. Ein nicht alltägliches Schulpraktikum hat Niklas Kusch aus Klingelbach jetzt zum Ende des Schuljahres in Singhofen absolviert. Er lernte in der evangelischen Öffentlichkeitsarbeit Rhein-Lahn kennen, was Menschen zwischen Leben und Tod alles bewegt und welche kirchlichen Einrichtungen und Menschen sie dabei begleiten. Neben den Strukturen der Evangelischen Kirche standen für den 15-jährigen Schüler des Sophie-Hedwig-Gymnasiums in Diez natürlich die vielfältigen Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit im Mittelpunkt seines Praktikums.
Die Pflege der Website der evangelischen Arbeitsgemeinschaft Rhein-Lahn, der Besuch von Veranstaltungen, das Anfertigen von Pressemeldungen und Berichten sowie die Vorbereitung und Begleitung von Projekten, wie dem jetzt anstehenden Besuch der afrikanischen Partner im evangelischen Dekanat Nassau standen auf dem „Stundenplan“ der beiden Wochen. „Besonders interessant fand ich den Besuch des Rheintaunus-Krematoriums in Dachsenhausen“, erzählt der Gymnasiast. Dort machte er mit dem Pfarrkonvent des evangelischen Dekanates Diez eine Führung mit und fasste das Gesehene in einem Bericht zusammen.
„Gut finde ich, was die Kirche für sozial schwache Menschen tut“, sagt Niklas. Ganz konkret lernte das der Jugendliche bei der „Tafel“ des Diakonischen Werkes in Nastätten kennen, wohin er den Referenten der evangelischen Öffentlichkeitsarbeit Rhein-Lahn, Bernd-Christoph Matern, für eine Reportage begleitete. Die Verbindung von Pressearbeit und sozialem Engagement war es auch, die ihn seinen Praktikumsplatz aussuchen ließ. Sozialkunde, Religion, Geschichte und Sport sind seine Lieblingsfächer.
Erstmals lernte der Praktikant das Innenleben eines Gefängnisses kennen, als der evangelische Seelsorger der Justizvollzugsanstalt Diez jetzt verabschiedet wurde. In der evangelischen Regionalverwaltung Rhein-Lahn-Westerwald erfuhr der Schüler, wie die Finanzen der Kirchengemeinden und Dekanate in den fünf Dekanaten Bad Marienberg, Diez, Nassau, St. Goarshausen und Selters verwaltet werden. Von kreisweiter Bedeutung ist auch die Arbeit der Bildungsreferentin Claire Metzmacher und des Referenten für gesellschaftliche Verantwortung, Matthias Metzmacher,
die Niklas kennen lernte. Im Dekanat St. Goarshausen war er vom vielfältigen ehrenamtlichen Engagement der Initiative 55 plus-minus beeindruckt, die ihm Dieter Zorbach aus Bornich vorstellte. Friedhelm Mengel stellte ihm in der Druckerei der Heime Scheuern in Nassau die Grundlagen der Drucktechnik vor.
Dass er während seines Praktikums etliche Kilometer mit dem Auto zurücklegte und auch merkte, dass Öffentlichkeitsarbeit nicht allein in den üblichen Bürozeiten zu absolvieren ist, lässt ihn jetzt umso mehr die Ferien genießen und auch wieder seinen Hobbies frönen. Niklas ist begeisterter Sportler. Am liebsten spielt er Fußball; seit neuestem trainiert er die Bambinis des TuS Katzelenbogen-Klingelbach. Fit hält er sich auch mit Hochsprung, Weitsprung, 100-Meter-Lauf und Kugelstoßen in der Leichtathletik-Gemeinschaft Einrich.
In der Jugendarbeit der evangelischen Kirchengemeinde oder bei anderen Gelegenheiten ist der Neuntklässler ebenfalls zur Stelle, wenn er gebraucht wird, sei es als Betreuer einer Freizeit oder wenn wie zuletzt bei einer Kirchenvorsteher-Fortbildung ein Betreuer für die Kinder gesucht wird. (bcm)
