Seelsorger f?hlte sich wohl im Gef?ngnis

thumb_1reissab1DIEZ/RHEIN-LAHN. 20 Monate nach seiner Einführung als neuer Gefängnis-Seelsorger der Justizvollzugsanstalt Diez ist Dr. Wolfram Reiss in dieser Woche verabschiedet worden. Der Theologe wechselt im August als Professor für Religionswissenschaften an die evangelisch-theologische Fakultät der Universität Wien. Viele gute Wünsche werden ihn dorthin begleiten, die Reiss und seiner Frau Rita Kämmerer-Reiss nach einer Andacht in der Kapelle der JVA ausgesprochen wurden.

Dekan Hans-Otto Rether und der Präses des evangelischen Dekanates Diez, Dr. Dieter Bandell dankten Reiss für dessen Arbeit, die über die Gefängnismauern hinaus gewirkt hätten. „Sie sind auch im Dekanat ins Bewusstsein getreten“, erklärte Rether. „Wir sind schon etwas traurig, aber es überwiegt der Dank für ihre Arbeit“, sagte Bandell.

Der Leiter der JVA, Norbert Henke würdigte Reiss’ Einsatz in der Einrichtung, der in kurzer Zeit einiges angestoßen habe. So habe er für die Verwirklichung der schon länger angedachten Gefängniszeitung „Der Weg“ gesorgt und in Gruppenseminaren mit dem Blick auf andere Länder und Religionen die Gefangenen gefordert und gefördert. Ein Kreuz aus ehemaligen Türriegeln überreichte Henke dem scheidenden Seelsorger.

Im Namen der Vollzugshelfer dankte Dieter Sahmer und erinnerte an das frohe Gemüt des singefreudigen Reiss. „Wir werden sie vermissen“, so Sahmer. Dank und gute Wünsche für die neue Arbeit kamen auch vom Vorsitzenden des Anstalts-Beirates Wolfgang-Dieter Kaul, von Dr. Tobias Müller-Monning von der evangelischen Gefängnis-Seelsorge Hessen-Nassau, von Gefangenen und dem katholischen Amtskollegen in der JVA Diez, Manfred Jarmer.

Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, hatte Reiss zuvor in einer Andacht, die vom Chor der Anstalt unter Leitung von Ansgar Sehr mitgestaltet wurde, gesagt. „Denn auch wenn es seltsam klingt: Ich habe mich hier drinnen sehr wohl gefühlt“, so Reiss. Aber der Blick auf die neue Herausforderung sei größer gewesen. Den Gefangenen wünschte er, sich immer wieder realistische Ziele zu stecken, auch wenn das in einem Gefängnis nicht ganz einfach sei. „Aber Gott ruft jeden einzelnen von uns auf, sich berufen zu fühlen.“ (bcm)

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