Sankt Martins Mantel kostet in Nassau jetzt 50 Cent

thumb_1a-smm220115betrieb_becrima-NASSAU. (26. Januar 2016) Hochbetrieb herrschte in der ehemaligen „Nassauer Stuben“, wo die ökumenische Flüchtlingsinitiative Nassau am Wochenende eine neue Kleiderkammer für Bedürftige eröffnete. Ihr vielsagender Name: Sankt Martins Mantel. Anfang November hatte die Initiative noch ein provisorisches Lager in der Emser Straße bezogen. Von dort konnte sie jetzt in die beheizten Räume am Einmündungsbereich der Kaltbachstraße in den Unteren Bongert umziehen.

Uschi und Karl-Heinz Thorn nehmen am Kellereingang des Gebäudes am Unteren Bongert einen thumb_1a-smm220115thorn_becrima-Kleidersack nach dem anderen in Empfang, die dort mit Autos und Handkarren angeliefert werden. „Wir können auch Geschirr, Spielzeug und elektronische Kleingeräte gut gebrauchen; Mixer, Kaffeemaschinen, Bügeleisen, Mikrowelle, Staubsauger oder was sonst in einem Haushalt alles zum Einsatz“, erzählt die engagierte Helferin Uschi Thorn, die bei aller Hektik der Annahme den Überblick, die Ruhe und auch ihren Humor nicht verliert. Vor allem kleine Kleidergrößen seien willkommen, so Thorn. „Diese Hilfsbereitschaft ist unglaublich und beeindruckend zugleich“, verfolgt Markus Fehlhaber, Pfarrer für Ökumene des evangelischen Dekanats Nassauer Land, den gut gelaunten Einsatz der Helferinnen und Helfer.

Im Stockwerk darüber herrscht noch mehr Betriebsamkeit. Dort, wo einst Nudeln und Pizza auf den Tischen serviert wurden, füllen jetzt Regale mit unzähligen Kleidern in unterschiedlichsten Größen die Räume. In einer Ecke ist Kinderspielzeug drapiert. Pastoralreferent Michael Staude stimmt vor einem Segen fürs neue trockene Domizil das St. Martinslied an, das von dem genau vor 1700 Jahren geborenen Heiligen handelt, der seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte und nun der Kleiderkammer ihren Namen gibt. Das sei ein guter Name für den Laden, in dem das Teilen ebenfalls im Mittelpunkt steht, sagt Martina Kissel-Staude.

thumb_1a-smm220115wenzel_becrima-Die Leiterin der Flüchtlingsinitiative freut sich mit vielen Besuchern und Sponsoren über den Bezug der beheizten trockenen Räume, die von der Leifheit-Stiftung der Stadt Nassau zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt wurden. Kissel-Staude dankt zur Premiereneröffnung nicht nur Stiftung, Stadt, dem Bauhof sowie den Firmen Heymann und Pebler als Sponsoren für „Sankt Martins Mantel“; sie ist auch glücklich über hilfsbereite Menschen wie die Familien Thorn und von der Heydt sowie viele andere Personen, die am Umzug von der Emser Straße an den neuen Standort angepackt und Ordnung in die Kleiderflut gebracht haben. Ein Dank, dem sich auch Nassaus Stadtbürgermeister Armin Wenzel anschließt. Ihsan Kiziltoprak gab der Initiative die nun prall gefüllten Regale aus der ehemaligen Schlecker-Filiale mit.

Dort hatte sich das Team von gut einem Dutzend freiwilliger Helfer in der Annahme von Kleiderspenden, dem Ordnen und der Ausgabe bereits zwei Monate eingespielt. Neu ist nun, dass die thumb_1a-smm220116kosten_becrima-Waren nicht mehr kostenlos, sondern gegen eine Spende von 50 Cent pro Kleiderteil abgegeben werden. 5 Euro werden für Elektrogeräte oder andere größere Waren fällig. „Und wir bitten alle die, die nicht zu knapp bei Kasse sind, mindestens das Doppelte zu geben“, sagt Kissel-Staude und betont einmal mehr: Der Laden stehe nicht nur Flüchtlingen, sondern allen Menschen offen, die beispielsweise mit dem Kauf von Second-Hand-Kleidung auch ein ökologisches Zeichen setzen wollen.

Das dabei eingenommene Geld soll syrischen Flüchtlingen zu Gute kommen, die in Jordanien und im Libanon unter katastrophalen Bedingungen leben und auf ein Ende des Krieges in der Heimat hoffen. Caritas International bewahrt dort viele Menschen vor Erfrieren und Hungerstod, erklärt Amanda Kras, Flüchtlings- und Sozialberaterin der Caritas Westerwald-Rhein-Lahn, als sie sich für die Idee und den Einsatz der Flüchtlingsinitiative mit einer Urkunde bedankt.

Die Öffnungszeiten von Sankt Martins Mantel: mittwochs, 10 bis 12 und freitags von 16 bis 18 Uhr. Der Eingang zum Kleiderlager befindet sich an der Kaltbachstraße; Spenden werden am Kellereingang entgegen genommen. Kontakt zur ökumenischen Flüchtlingsinitiative Nassau und dem Laden ist am einfachsten über E-Mail herzustellen unter fhnassau@gmx.de. Bernd-Christoph Matern

Wer die Initiative mit Geldspenden unterstützen möchte:
Pfarrei Sankt Martin /Stichwort: Ökumenische Flüchtlingsinitiative NASSAU
Konto: 200 483 006 /BLZ: 570 928 00 /IBAN: DE15570928000200483006
 

Zu den Fotos:
Zeigten sich gut gelaunt an der Warenannahme des neuen Kleiderlagers (von links): Uschi Thorn, Bärbel Pebler und Karl-Heinz Thorn (oben rechts). Groß ist die Auswahl an Kleidern in Sankt Martins Mantel, die dort von engagierten Helfern in die Regale sortiert werden und gegen eine Spende auf neue Besitzer warten. Fotos: Matern

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