Sicherheit des N?chsten hilft eigener

thumb_1diskusssicherheit1RHEIN-LAHN/LAHNSTEIN. Über Zivilcourage und Hilfe am Nächsten diskutierten jetzt Schüler der 13. Klasse des Johannes-Gymnasiums in Lahnstein mit afrikanischen Gästen des evangelischen Dekanates Nassau. Die sechs Besucher aus dem Partnerdistrikt Mabira in Tansania brachten ihre eigenen Erfahrungen in die Diskussion mit Gabi Theis und Jürgen Quirnbach von der Polizeidirektion Koblenz ein.

Die Kriminalbeamten hatten in den Religionsunterricht einen Werbespot zum Thema mitgebracht: „Wer nichts tut, macht mit“. Er zeigt einen Mann auf einer Parkbank, der weibliche Hilfeschreie aus einem Gebüsch hört und statt zu helfen ins sichere Zuhause flüchtet. Dort will er sich den Angstschweiß von der Stirn wischen und sieht auf seine blutverschmierten Hände.

thumb_1diskusssicherheit2Die Diskussion beginnt mit der Frage, ob der Mann anders hätte reagieren können. Und obgleich einer der Schüler erklärt, er hätte unabhängig davon, ob er eine blutige Nase kassiert, rein instinktiv im Busch geschaut, ob er hätte helfen können, warnt Gabi Theis: „Man muss nicht gleich den Helden spielen“, Hilfe könne man auch leisten, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Aber auch für die Gäste aus Afrika wäre das Eingreifen eine Selbstverständlichkeit gewesen. „Die Sicherheit des Nächsten ist auch unsere eigene Sicherheit“, sagt ein afrikanischer Pfarrer, und in seiner Heimat werde jeder, der keine Hilfe leistet, von der Dorfbevölkerung zur Verantwortung gezogen.

Auch ein praktisches Beispiel, das die sechsköpfige Gruppe bei einem Stadtrundgang durch Bad Ems erlebt hatte, steuerten die Afrikaner zur Diskussion bei. Dort trafen sie einen blutenden Mann, der sich allerdings nicht helfen lassen wollte. „Wie haben dann die Polizei gerufen und gewartet, bis diese eintraf.“ Damit hätten sie geholfen, so Jürgen Quirnbach. Die Jugendlichen des evangelischen Religionsgrundkurses bedauerten, dass es bis zum Eintreffen der Polizei in der Regel zu lange dauert, um Schaden abzuwenden. „Eine Schlägerei dauert maximal fünf Minuten, dann liegt einer am Boden und die anderen laufen weg“, so einer der Schüler.

thumb_1diskussicher3„Deshalb sollte man die Polizei trotzdem über die 110 verständigen“, so Gabi Theis. Die beiden Kriminalbeamten rieten auch, Schaulustige direkt (etwa: „Sie da mit dem roten Schal“) um Hilfe anzusprechen. Denn, so Theis: „Je mehr Leute herumstehen, desto mehr verlässt sich einer auf den anderen.“ Wenn aber einer zur Hilfe komme, würden die anderen schnell nachziehen. (bcm)

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