KOBLENZ/RHEIN-LAHN. (4. Dezember) Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan führt dazu, dass etliche Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten im Einsatz sterben oder schwer verletzt nach Deutschland zurückkehren. Auch der Anteil von Soldaten, die äußerlich unversehrt, aber traumatisiert aus dem Einsatz zurückkommen, wächst. Mit dieser Tatsache setzt sich am Mittwoch, 9. Dezember, der 4. Friedensethische Studientag der Evangelischen Akademie im Rheinland auseinander: „Unerwartet und unerwünscht – zu Tod und Trauma von Bundeswehrsoldaten.“
Der Studientag findet von 10 bis 13 Uhr im Zentrum Innere Führung der Bundeswehr in Koblenz, Von-Witzleben-Straße 17, statt. „Wir wollen mit Betroffenen und Experten von Politik und Bundeswehr ins Gespräch kommen“, so der verantwortliche Studienleiter Jörgen Klußmann, der den Studientag gemeinsam mit dem Evangelischen Kirchenkreis Koblenz und der Militärseelsorge ausrichtet.
Die Frage „Tod im Einsatz – Neuer Alltag in der Bundeswehr?“ stellt eingangs Ministerialrat Fritz Carsten Günther vom Büro des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages. Flottillenarzt Dirk Preusse berichtet über seine Erfahrungen mit aus dem Einsatz zurückgekehrten Bundeswehr-Soldaten ( „Es kommt immer wieder – Wenn der Einsatz zum Trauma wird“). Einblick in die Situation der Angehörigen gewährt Ina Schlotterhose von der Selbsthilfeorganisation für hinterbliebene Bundeswehrangehörige „Du-bist-nicht-allein.net“ („Was tun, wenn das Schlimmste passiert?“)
An der Abschlussdiskussion nehmen neben Fritz Carsten Günther und Andrea Beljo von „Du-bist-nicht-allein.net“ der Militärseelsorger Stefan Jurkiewicz vom Evangelischen Militärpfarramt Koblenz, Brigadegeneral Josef Dieter Blotz und die Truppenpsychologin Dietlinde Riedel vom Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz teil. Dabei sollen auch offene Fragen der Sicherheitsstrategie in Afghanistan in den Blick genommen werden.
Der Tagungsbeitrag beträgt 7 Euro. Weitere Informationen zum Tagungsprogramm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es hier.
