Zweij?hrige haben in Bad Emser Arche Noah feste Bezugspersonen

thumb_10-a-u-3-ems012010aBAD EMS/RHEIN-LAHN. (27.Januar 2010) Ab August haben Zweijährige in Rheinland-Pfalz einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Die Nachfrage ist schon jetzt sehr groß, Tendenz steigend. In der evangelischen Kindertagesstätte (Kita) Arche Noah in Bad Ems wird dem Datum gelassen entgegen gesehen; schon seit 16 Jahren gehören „Unter Dreijährige“ zur Klientel der Einrichtung; damals noch in einer separaten Krippengruppe, seit einem halben Jahr in zwei altergemischten Gruppen. Sie sollen auch der steigenden Nachfrage im Sommer gerecht werden.

Im Sommer 2009 wurde in der evangelischen Kita die so genannte „kleine Altersmischung“ eingeführt. Sie ermöglicht die Aufnahme von jeweils sieben Zweijährigen und acht Drei- bis Fünfjährigen. Die beiden Gruppen arbeiten eng zusammen. Schlaf- und Mahlzeiten werden miteinander geteilt. Dabei verlangen die Zweijährigen der Einrichtung besondere Aufmerksamkeit ab.

„Kinder in diesem Alter brauchen vor allem eine feste Bezugsperson“, nennt Kita-Leiterin Martina Griese eine Besonderheit der U-3-Betreuung. „Das ist in unserer Einrichtung nicht anders als zuhause: wenn so ein Kind nach dem Schlafen wach wird, möchte es das Gesicht auch kennen, in das es dann schaut.“ Das stellt nicht nur an die Dienstplangestaltung höhere Anforderungen als bisher. Auch wenn sich am Nachmittag die Gruppen öffnen, wissen die kleinsten der Ganztagskinder, welche Erzieherinnen-Hand ihnen zur Seite steht. „Für Krankheitsfälle haben wir eine feste Vertretung für die Zweijährigen.“

Aber auch Eltern müssen auf die Situation vorbereitet werden. „Die Gespräche mit ihnen im Vorfeld sind uns ganz wichtig“, so Griese. Erstinformationen, ein intensives Aufnahmegespräch und ein Kennlern-Nachmittag gehören dazu. Was braucht das Kind zum Einschlafen? Wie verhält es sich beim Essen? Welche Eigenheiten gibt es? Wie weit ist es überhaupt in der Entwicklung? Das alles sind Fragen, die dabei erörtert werden. „Für Eltern bedeutet das eine Umstellung, die verunsichert“, weiß Griese. Und schließlich gibt es eine Eingewöhnungsphase von zwei bis sechs Wochen. In denen besteht die Möglichkeit, dass ein Elternteil, passiv und unbemerkt aber doch als „Rettungsanker“, den Vormittag begleitet.

Der Praxis war eine gründliche konzeptionelle Vorbereitung vorausgegangen. „Wir haben uns gefragt, was Zweijährige überhaupt brauchen und auch deren Eltern“, berichtet die Leiterin. Und schließlich wurden auch die Bedürfnisse der Drei- bis Fünfjährigen in der „kleinen Altersmischung“ einbezogen, die berücksichtigt werden müssen, um ein gelingendes Miteinander zu erzielen. Konkret wurden diese Überlegungen nicht nur in der personellen Aufteilung und Fortbildung umgesetzt sondern ebenso in der Gestaltung der beiden Gruppenräume und etwa der Auswahl und Unterbringung von Spielmaterial.

Die bisherigen Erfahrungen mit der Betreuung der Zweijährigen sind bei Kindern, Eltern und Team durchweg positiv, und auch bei ihren älteren Gruppenmitgliedern finden sie Spielkameraden, Verständnis und manch fürsorgliche Beachtung. Bernd-Christoph Matern

Bildunterzeile: Erzieherin Silke Heibel ist eine der Erzieherinnen, die sich vor allem um die Zweijährigen in der Arche Noah kümmern. Das Team der evangelischen Kindertagesstätte hat sich mit einem Konzept, in Fortbildungen und der Praxis bestens auf die ab August geltende Gesetzesänderung vorbereitet.

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