Fr?hjahrstagung: Fusion bleibt Thema im Dekanat Nassau

thumb_1synodena0309aklRHEIN-LAHN. (24.März) Das Thema Dekanatsfusion hat die Synodalen im evangelischen Dekanat Nassau längere Zeit nicht beschäftigt. In seinem Jahresbericht während der Frühjahrstagung in den Heimen Scheuern in Nassau äußerte Dekan Friedrich Kappesser Zweifel, ob dies in Zukunft so bleiben werde. In einer Begegnung mit dem neuen Kirchenpräsidenten Dr. Volker Jung habe dieser zur Solidarität der kirchlichen Gemeinschaft aufgerufen, dies auch zwischen den einzelnen Ebenen.

"Wir haben gute Gründe gegen eine Fusion, aus landeskirchlicher Sicht gibt es aber auch gute Gründe dafür", sagte Kappesser und zeigte Verständnis, wenn die Landeskirche auf eine Struktur bedacht sei, in der es nicht Dekanate mit 100.000 und solche wie das Dekanat Nassau mit weniger als 20000 Mitgliedern gebe. „Ich weiß auch, dass ich mir keine Freunde mache, wenn ich den Appell des Kirchenpräsidenten hier weitergebe“, so der Dekan. Aus Sicht der EKHN sei aber ebenso verständlich, wenn sich das Bild vom „gallischen Dorf“ aufdränge.

Erfreulich sei die Vakanzsituation im Dekanat. Nur in Braubach wird zurzeit nach einem Gemeindepfarrer gesucht. Erstmals stünden Bilanzierungsgespräche mit Gemeinden an, deren Pfarrer dort seit zehn Jahren arbeiten. Bislang wurde denen die Inhaberschaft einer Gemeinde unbefristet übertragen. Vor einer Fortsetzung des Amtes an diesem Ort steht künftig die Zehn-Jahres-Bilanz.

Ausschreiben werde das Dekanat eine halbe Ökumene-Stelle, die von der Landeskirche im Rahmen der Dekanatsstrukturreform für die Arbeitsgemeinschaft der Dekanate Diez, Nassau und St. Goarshausen finanziert wird. Mit ihr soll der Dialog mit der katholischen Kirche und anderen Religionen intensiviert werden. Außerdem soll dadurch ein Ansprechpartner für Weltanschauungsfragen zur Verfügung stehen.

thumb_1synodena0309schmidtklIst Krankheit eine Strafe Gottes? Warum gerade ich? Wie kann Gott Kinder leiden lassen? Das sind nur wenige vieler Fragen, mit denen Krankenhausseelsorgerin Gisela Schmidt während ihres Dienstes an der Klinik Lahnhöhe und dem St. Elisabeth-Krankenhaus in Lahnstein täglich konfrontiert wird. Die Pfarrerin gab den Synodalen zu Beginn der Sitzung einen Einblick in ihre Arbeit. Besonders erfreulich sei der Zuspruch der Gottesdienste in der Klinik Lahnhöhe, der im Durchschnitt von etwa 50 Menschen besucht wird, die entsprechend des Patientenkreises der Klinik aus ganz Deutschland kommen.

Bibelgespräche, Singstunden und Besuchsdienste, für die noch ehrenamtliche Kräfte gesucht werden, gehören zum Alltag in den Kliniken. Eine Besonderheit stellt die Psychiatrie im Elisabeth-Krankenhaus dar. Dort und auf der Lahnhöhe bilden vor allem die Seelsorge-Gespräche einen Schwerpunkt ihrer Arbeit. Sehr anschaulich machte Schmidt deutlich, welch große Herausforderung dabei an die Krankenhausseelsorge gestellt werden.

Die Pfarrerin und Diplom-Psychologin machte keinen Hehl daraus, dass sie bei manchen Gesprächen mit Patienten und ihren Angehörigen nachvollziehen könne, dass Menschen nicht mehr an Gott glauben können. „Gerade, wenn man mitbekommt, welch unfassbares Leid manche Kinder ertragen müssen.“ Krankheiten seien immer eine Anfechtung für den Glauben. Andere Patienten zweifelten an ihrem Wert, wenn sie die von der Gesellschaft erwartete Leistung nicht mehr erbringen können. Andererseits berichteten ihr Patienten, dass sie die Krankheit habe wachsen lassen.

Sie versuche, den Blick auf die Ressourcen und nicht die Defizite zu lenken. Deutlich werde ihr immer wieder, dass das geflügelte Wort „Hauptsache gesund“ so nicht stimmt. „Viel wichtiger erscheint mir, sich im Wissen um die eigenen Grenzen und Möglichkeiten am Leben zu erfreuen“, so Schmidt. Und dabei erinnerte sie an Karl Barth, der seelische Gesundheit als „Kraft zum Menschsein in guten und in schlechten Tagen“ beschrieb.

Auch die Verabschiedung des Haushaltsplanes 2009 stand auf der Tagesordnung der Synode, den Manfred Köhn, Leiter der evangelischen Regionalverwaltung Rhein-Lahn-Westerwald erläuterte. Zur Deckung des 334000 Euro Ein- und Ausgaben umfassenden Etats sollen rund 8000 Euro aus der Rücklage entnommen werden.
 Bernd-Christoph Matern

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Kommentare sind geschlossen.