RHEIN-LAHN/KLOSTER ARNSTEIN. Zwei Sternstunden im wahrsten Sinne des Wortes präsentierten rund 100 Jugendliche von Schulen in Lahnstein, Nassau und Singhofen im Kloster Arnstein. „Up to the stars“ war der Erlebnisabend überschrieben, bei dem die Ergebnisse eines ersten mehrwöchigen ökumenischen Jugendprojektes vorgestellt wurden. Die evangelischen Kirchengemeinden Dausenau und Hömberg-Zimmerschied und der katholische pastorale Raum Nassauer Land hatten das Projekt initiiert.
Der katholische Bezirkskantor Lutz Brenner eröffnete in der verdunkelten Klosterkirche an der Orgel den Abend mit einer Improvisation des Liedes „Weißt du wie viel Sternlein stehen?“, in die Pfarrerin Monika Sommer und Pastoralreferent Michael Staude mit einer Lesung des Schöpfungsberichtes eingeleitet hatten. 28 Teelichter schmückten den Boden des Kirchenschiffs. Sie standen auf Propheten-Sternen, einem „Walk of fame“ biblischer Personen, die den Weg zum Altar beleuchteten.
Vom leisen Glockenspiel bis zum breiten Trompetenklang reichte das Spiel Brenners. Register- und Rhythmusvariationen ließen die vertraute Melodie märchenhaft, verspielt, ruhig, modern, vertrauensvoll, tänzerisch und sphärisch ins Kirchenschiff wirken.
Dann folgte der Auftritt eines zwölfköpfigen Chores mit poppiger Instrumenten-Begleitung, der sich extra für das Projekt gegründet und unter Leitung von Marina Herrmann zehn Lieder einstudiert hatte. Sowohl bei diesem als auch einem weiteren Auftritt sangen die Jugendlichen in modernem geistlichem Liedgut und Spirituals, swingend, schwärmerisch und stimmungsvoll von guten Sternen, 1000 bunten Farben und dem Stern, den Gott mit seinem Sohn in die dunkle Welt geschickt hat. Viel Beifall gab es für Sängerinnen und Instrumentalisten, auch für den vom musikalischen Betreuer Thomas Klima komponierten Song „Heut ist der Tag“.
In Kreuzgang, Zelten auf der Wiese, Refektorium und Kapelle wandelten die Besucher schließlich umher, um sich von einem Dutzend Arbeiten der sechs mitwirkenden Schulklassen zum Thema Sterne inspirieren zu lassen. Dort wurde das Leben Jesu in Sternform dargestellt, Psalmen in Worten und schönen Bildern plakatiert; Kollagen gingen der Frage nach, welche Idole Jugendliche heutzutage haben oder ob Christen Vorbilder sein müssen. Der Charthit „Vom selben Stern“ von den Pop-Stars „Ich & Ich“ fehlte ebenso wenig wie eine multimediale Präsentation großer Vorbilder der Geschichte. Dazu zählten nicht nur Mutter Theresa oder Albert Schweitzer, sondern auch die 17-jährige Mitschülerin Mareike, die sich für Menschenrechte engagiert. An anderer Stelle konnten sich die Besucher als Maler versuchen, wenn sie es sich zutrauten.
Schließlich konnten sich die Besucher mit Sterne-Wein oder Leckereien aus der Rezeptsammlung von Sterne-Koch Johann Lafer verwöhnen lassen. Björn Ladwig kredenzte die Hähnchenbrust im Speckmantel und die Bratwursttorte mit Röstzwiebeln des Schirmherrn des Projektes im Kreuzgang. Ein stimmungsvolles Ende fand der Abend mit dem Lied „Der Mond ist aufgegangen“ in der Klosterkirche, während draußen der Regen strömte. Dabei konnten die Gäste etwas vom Staunen über das, was Gott mit Himmel und Erde geschaffen hat, mit nach Hause nehmen, wie Michael Staude anfangs gewünscht hatte.
Auch wenn es Monika Sommer schade fände, die gute Arbeit des Projektchores aus finanziellen Gründen nicht fortsetzen zu können, hofft sie doch zumindest auf eine Fortsetzung der ökumenischen Jugendarbeit. „Den Beteiligten hat das sehr viel Spaß gemacht.“ (bcm)
