
Jahresrückblick: Das war 2019
RHEIN-LAHN. (30. Dezember 2019) „Suche Frieden und jage ihm nach“ lautete die Jahreslosung 2019. Haben Sie ihn gefunden? Ein ereignisreiches Jahr geht langsam dem Ende entgegen. Jenseits persönlicher Tiefen und Höhen, die in 2019 gemacht wurden, möchten wir an dieser Stelle noch einmal an besondere Veranstaltungen und Ereignisse im evangelischen Dekanat Nassauer Land und dessen Kirchengemeinden erinnern.
Abschied und Neubeginn
Wie in jedem Jahr gab es auch 2019 wieder in einigen Kirchengemeinden sowie im Dekanat Pfarrpersonen und Mitarbeitende zu verabschieden und willkommen zu heißen. So übernahm Mathias Moos aus Marienfels zusätzlich die Pfarrstelle der Kreuz-Jakobusgemeinde Holzhausen. Der Seelsorge für alte Menschen widmet sich Pfarrerin Angelika Meder, die im Februar im Georg-Vömel-Haus der Friedenswarte in Bad Ems ins Amt eingeführt wurde.
Nach 18 Jahren Dienst wurde Solveig Mueller von Jugendlichen und Erwachsenen im Jugendhaus in Hahnstätten mit viel Dank fürs Engagement der Pädagogin verabschiedet. Ihre Nachfolgerin wurde kein halbes Jahr später dort begrüßt: Ailina Nieke. In Klingelbach wurde Andreas Magnusson für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gewonnen. Sage und schreibe 36 Jahre bewies Ulrike Bittner-Pommerenke einen langen Atem für die Diakonie. Dafür gab es zum Abschied in den Ruhestand noch die höchste Auszeichnung: das Kronenkreuz der Diakonie in Gold. Einen Neustart gab es in der Regionalverwaltung Rhein-Lahn/Westerwald, wo Carsten Gelhard die Leitung übernahm.
Im Juni trat Pfarrer Klaus Wallrabenstein seinen Dienst in Flacht an. Pfarrerin Anne-Bärbel Ruf-Körver und Pfarrer Kristian Körver verabschiedeten sich in Nastätten und wechselten nach Mainz. Dorthin zog es auch die Pfarrerinnen Eva Lemaire und Jasmin Schönemann-Lemaire, die zuvor im Pfarramt in Dausenau zuhause waren. Pfarrer Martin Stock wurde in Braubach willkommen geheißen. Ein herzlicher Abschied wurde Pfarrer Robert Kuhn-Ristau in Hahnstätten bereitet. Die Ortschaften rund um Nochern freuten sich über Ute Pawlitschek als neue Pfarrerin. Im Dezember startete schließlich Manuel Fetthauer seinen Dienst als Pfarrer in der Kirchengemeinde St. Peter zu Diez.
Fröhliche Ökumene

Der 3. deutschlandweite Ökumenische Kirchentag ist zwar erst im Jahr 2021, doch die Menschen im Rhein-Lahn-Kreis leben seit vielen Jahren in ökumenischer Verbundenheit. Sichtbar kam das im ersten ökumenischen Pfingstfest zum Ausdruck, das Landrat Frank Puchtler aus Anlass der 50-Jahr-Feier des Kreises angeregt hatte – ein Höhepunkt im christlichen Veranstaltungsreigen 2019.
Lust auf Ökumene machte den Teilnehmenden auch der Deutsche Evangelische Kirchentag in Dortmund. Mehr als 100 Menschen aus dem Rhein-Lahn-Kreis nehmen an dem kirchlichen Großereignis alle zwei Jahre teil, etliche Posaunenchormitglieder wirken sogar regelmäßig mit. In Dortmund wurde kräftig die Werbetrommel für das ökumenische Treffen 2021 in Frankfurt gerührt. Ein Motto dafür gibt es auch: „schaut hin“.
Ausgezeichnetes Engagement

Was wäre die Kirche in der Region ohne die Menschen, die sich Jahrzehnte lang mit vollem Herzen mit ihren Talenten einbringen? Einige wenige Beispiele von unbeschreiblich vielen: Der Nassauer Posaunenchor feierte 40-jähriges Bestehen, Dieter Sahmer erhielt die Justizmedaille des Landes und leitet seit 40 Jahren einen Bläserkreis in der Justizvollzugsanstalt in Diez. Ebenso lange engagiert sich Friedrich Gethmann aus Burgschwalbach für die Kirchengemeinde. Sage und schreibe seit 70 Jahren ist Adolf Krämer aus Niederwallmenach als Organist tätig. Und da sind die vielen Menschen, die im Lektoren- und Prädikantendienst tätig sind. Viele von ihnen tun das bereits seit Jahrzehnten; in Holzappel wurde ihnen im Sommer für ihren treuen Dienst gedankt.
Zu den Aktivposten in Kirchengemeinden und Dekanat gehören die Frauen. So füllten sie die Säle während zweier Dekanatsfrauentage in Kördorf und Miehlen und rückten sehr anschaulich das Weltgebetstags-Land Slowenien 2019 in den Focus. Weit über den eigenen Tellerrand hinaus blickt seit fast 40 Jahren der Arbeitskreis Nassau-Mabira und hat dabei stets die Zukunft im Blick. 2019 wurde die Partnerschaft mit Besuchen in Tansania und in Deutschland einmal mehr gefestigt.
Gemeinsam aktiv werden
Gemeinsam aktiv werden – das ist bereits seit 15 Jahren das Motto der im damaligen Dekanat St. Goarshausen gegründeten Initiative 55 plus-minus. Sie bringt die vielseitig interessierten Menschen mit ihren Kompetenzen mittlerweile auch mithilfe modernster Medien zusammen und hat ihr Angebot auch geografisch deutlich ausgeweitet. Hinzu kommen zahlreiche Veranstaltungen, die von der Fachstelle innovative Angebote für jüngere Seniorinnen und Senioren angeboten werden und sich 2019 großen Zuspruchs erfreuten, von der leckeren Kräuterküche bis zum Waldbaden in Lahnstein.
Kirchen: Mehr als Gebäude

Dass Kirchen mehr sind als pure Gebäude kam 2019 gleich mehrfach zum Ausdruck, denn in einigen Gemeinden gab es Jubiläen zu feiern, mit denen an deren Bau und Bedeutung erinnert wurde. So ist der Kirchengemeinde Friedland ihre 50-jährigee Geschichte ebenso so lieb wie den Christen in Oberneisen ihr 200 Jahre alter „Dom des Aartals“. Vor 300 Jahren wurde die Kirche in Niederwallmenach gebaut und eine stolze 750-jährige Geschichte hat die Kirche St. Peter zu Diez, was gebührend gefeiert wurde.
Die Bad Emser Kaiser-Wilhelm-Kirche blieb zur 120-Jahr-Feier geschlossen, ihr steht eine umfassende Sanierung bevor. In neuem Glanz zeigt sich die Kirche von Marienfels. Noch ein bedeutendes religiöses Bauwerk wird vor dem Verfall und Vergessen bewahrt: die Taharahalle in Bad Ems.
Bildung statt Populismus
Der Populismus feiert weiterhin weltweit fröhliche Urständ. Damit Christen nicht sprachlos bleiben, wenn in ihrer unmittelbaren Umgebung Stimmung und Empörung statt Argumente und Meinungen ausgetauscht werden, gibt die Landeskirche eine Orientierungshilfe gegen Populismus heraus.
Hinschauen statt wegschauen, in Erinnerung rufen, zu welchen Gräueltaten Menschen fähig sind – das scheint angesichts zunehmender rechtsextremistischer und antisemitischer Gewalttaten im Jahr 2019 wichtiger denn je. Gelegenheit dazu lieferte etwa der Holocaust-Gedenktag in Friedrichssegen, eine Mahnwache für die Opfer nationalistischer Hetze in Miehlen oder das Gebet und Gedenken auf dem jüdischen Friedhof in Bad Ems.
Sich bewusst zu machen, dass die Freiheit einer Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist, dazu bot auch der 30. Jahrestag des Mauerfalls eine gute Gelegenheit.
Zur Bildung trägt das ganze Jahr das Religionspädagogische Institut in Nassau mit seinem vielseitige Arbeitsmaterial bei, das in diesem Jahr vergrößert wurde.
Klimaschutz in kleinen Schritten
Die junge Umweltaktivistin Greta Thunberg bestimmte weltweit die großen Schlagzeilen. Damit rennt sie beim Pfarramt für gesellschaftliche Verantwortung im Dekanat Nassauer Land offene Türen ein, denn das engagiert sich seit vielen Jahren für ein nachhaltiges Wirtschaften auf der Welt und die Bewahrung der Schöpfung. An Hilfestellung und praktischen Taten mangelte es auch dieses Jahr nicht. In der Fastenzeit werden unter dem Motto „7 Wochen mit…“ Beispiele aufgezeigt für kleine Schritte auf diesem Weg, das Dekanat testet ein Elektro-Auto, es gibt Andachten fürs Klima und der Grüne Hahn findet immer mehr Anklang in den Kirchengemeinden.
Impulse zu Musik und Trauern
„Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“ So hat Victor Hugo das Wesen der Musik beschrieben. Davon gab es im Dekanat Nassauer Land auch dank der Impulspost Schlüsselmusik reichlich wie einen Kantatenzyklus Buxtehudes, eine Orgelfahrt durchs Dekanat oder zuletzt alle sechs Teile von Bachs Weihnachtsoratorium.
Sowohl in Freude als auch im Leid ist Musik ein unbeschreiblich bereichernder und tröstender Begleiter. Das zeigte nicht zuletzt ein Abend in der Rundkirche Oberneisen mit dem Titel „Vom Trauern und Trösten in Wort und Klang“ zur Herbst-Impulspost der EKHN, die vom Dekanat Nassauer Land mit ausgearbeitet wurde. Und weil sich Trauer mit Musik allein nicht immer durchleben lässt, bietet das Dekanat immer wieder Trauerseminare an, in denen sich Betroffene in geschützten Räumen austauschen können.
Dieser Rückblick bildet nur einen Bruchteil dessen ab, was im Dekanat und in den Kirchengemeinden Berichtenswertes passiert ist, vermittelt aber einen Eindruck von der Vielfalt an Themen und Veranstaltungen, mit denen sich die Menschen im Dekanat in den vergangenen 365 Tagen auseinander gesetzt und die sie erlebt haben. Bernd-Christoph Matern
